Das Pflegekammermagazin in verschiedenen Größen und eine junge und ältere Frau beim Kartenspielen.
Foto: Frauke Boensch

Pflegekammer

Wozu brauchen wir die Kammer?

Der Nutzen einer Pflegekammer wird – etwa auf Facebook – immer wieder diskutiert. Wir haben deshalb die acht wichtigsten Vorteile für Sie zusammengefasst.

1. Schluss mit dem Dasein am Katzentisch

Seit es die Landespflegekammer gibt, wird in Rheinland-Pfalz nicht mehr über die Pflege gesprochen, sondern mit der Pflege: Wir sind aktiver Partner bei politischen Entscheidungsprozessen und bringen unsere Interessen überall dort ein, wo es drauf ankommt. Die Landespflegekammer wird künftig in alle Entscheidungsprozesse zu pflegerelevanten Gesetzen und Verordnungen (zunächst auf Landesebene) einbezogen.

Vertreter der Landespflegekammer tauschen sich regelmäßig mit den anderen Heilberufskammern aus, ebenso wie mit wichtigen Akteuren des Gesundheitswesens und der Landespolitik. Die mehr als berechtigten Anliegen der Pflegenden im Land werden viel stärker wahrgenommen – das wird mit zunehmender Dauer der Kammerarbeit immer deutlicher.

2. Eigene verbindliche Berufsordnung

Die Gesamtheit der Pflegefachpersonen kann über die Kammer zum ersten Mal ihr professionelles Handeln in Eigenregie regeln. Denn Landespflegekammern sind, analog zu den etablierten Kammern der anderen Heilberufe, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Damit können und sollen sie hoheitliche Aufgaben übernehmen. Das „klassische Ressort“ einer Heilberufskammer ist die Berufsordnung. Darin sind Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Rechte und Pflichten festgelegt. In Rheinland-Pfalz wird also für die professionelle Pflege eine eigene Berufsordnung mit modernen und professionellen Qualitätsstandards möglich (sie ist in Arbeit und wird demnächst verabschiedet). Das Wissen und die Erfahrungen der Berufsgruppe werden in die Berufsordnung einfließen, nicht zuletzt zum erheblichen Wohle der Patienten, Klienten und (Heim-)Bewohner.

3. Mehr Qualitätssicherung durch Berufsordnung

Mit der Berufsordnung erhalten die beruflich Pflegenden eine Handhabe, auch gegenüber den Arbeitgebern, um mehr Sicherheit in ihren täglichen Arbeitsabläufen zu erfahren. Außerdem dient eine Berufsordnung auch der Qualitätssicherung der Pflege und erfährt damit gesamtgesellschaftliche Relevanz.

4. Fortschritte in der Pflegequalität

Pflegekammern entwickeln und ver­ breiten Qualitätsstandards. Sie set­ zen Fachausschüsse ein, die sich mit Fragen der Qualitätsentwicklung in der Pflege auseinandersetzen, und fördern eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Berufsbildes. Die Kam­mer veröffentlicht darüber hinaus Stellungnahmen zu aktuellen fachli­chen, politischen und ethischen The­men der Pflegepraxis – zum Beispiel Gewalt in der Pflege.

5. Fachliche und juristische Beratung

Die Landespflegekammer unterstützt ihre Mitglieder bei bersufsfachlichen und berufsrechtlichen Fragestellungen und Problemen. Zukünftig wird auch eine Schutz- und Schiedsstelle eingerichtet, hier wird Beschwerden nachgegangen und nach Lösungen im Sinne der Beteiligten gesucht werden.

6. Starke Interessenvertretung

Im Zusammenspiel mit den Berufs­verbänden und den Gewerkschaften entsteht eine Interessenvertretung, die die berechtigten Forderungen und Anliegen der beruflich Pflegen­den artikulieren und durchsetzen kann. Landespflegekammern sind Voraussetzung für eine fair organi­sierte Interessenvertretung auf Au­genhöhe im Gesundheitswesen. Ein Beispiel ist der Runde Tisch ambu­lante Intensivpflege, der auf Initiati­ve der Landespflegekammer Rheinland­Pfalz entstanden ist.

7. Fort- und Weiterbildung selbstbestimmt

Eine Landespflegekammer entwi­ckelt ein zukunftsfähiges Fort- und Weiterbildungssystem. Auf diese Weise werden die Rahmenbedin­gungen der Weiterbildungsangebo­te erstmals von Pflegenden für Pfle­gende gestaltet und berücksichtigen so die Perspektiven der Pflegefachper­sonen in den Weiterbildungsstätten und in der Praxis.

Die neuen Weiterbildungen sind modular aufgebaut. Das bringt konkrete Entlastung für jedes Mitglied. Jetzt ist es etwa möglich, bereits erbrachte Leistungen (Module) von Weiterbildungen anrechnen zu lassen.

8. Besseres Image des Pflegeberufs

Die Pflegekammer nimmt Stellung zu aktuellen Fragen der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung. Auch liefert sie Beiträge für eine wertschätzende Diskussion über die Pflege in der Öffentlichkeit. Wenn das Ansehen des Berufsstandes Pflege gefährdet ist, bezieht sie Position.

Autor: Landespflegekammer Rheinland-Pfalz

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