Foto: Jörg Puchmüller

Pflegetag Rheinland-Pfalz

"Wir müssen lauter werden!"

Austauschen, vernetzen, gestalten: Rund 1.400 Besucher kamen im April zum zweiten Pflegetag Rheinland-Pfalz in der Mainzer Rheingoldhalle.

„Rheinland-Pfalz ist das Land der guten Pflege“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in ihrer Begrüßungsrede auf dem rheinland-pfälzischen Pflegetag. Der Erfolg des Fachkongresses, der im April zum zweiten Mal an den Start ging, unterstreicht das Statement der SPD-Politikerin. 1.400 Besucher kamen in die Mainzer Rheingoldhalle – rund 400 mehr als bei der Premiere 2017.

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Außerdem informierten sie sich auf der Fachmesse mit rund 60 Ausstellern über neue Arbeitsfelder sowie Innovationen im Arbeitsfeld. „Hier bekommt man Impulse zum Nachdenken und trifft viele bekannte Gesichter – eine tolle Veranstaltung zum Netzwerken“, sagt Monika Maus-Schleicher, Fachkrankenschwester Anästhesie und Pflegepädagogin aus Neustadt/Weinstraße, die auch im vergangenen Jahr schon dabei war.

Session als Schlüsselerlebnis

In kompakten, etwa 30-minütigen Vortrags-Sessions konnten die Teilnehmer zudem mehr über Themen wie die generalistische Pflegeausbildung, Gewalt in der Pflege oder die neue Berufsordnung erfahren. Anschließend tauschten sie sich in zum Teil recht lebhaften Diskussionen darüber aus.

Für Kammermitglied Christine Welches war der Vortrag über die neue Weiterbildungsordnung des Landes Rheinland-Pfalz ein Schlüsselerlebnis. „Eigentlich war ich Gegnerin der Pflegekammer. Doch bei der Session wurde mir bewusst, dass einiges in Bewegung ist“, sagt die Krankenschwester aus Lahnstein.

„Jetzt schwenke ich um und könnte mir sogar vorstellen, aktiv mitzuarbeiten – zum Beispiel an einer Fortbildung für meinen Arbeitsbereich, die Psychosomatik.“Auf ins Jahrzehnt der Pflege

Auch die Politik kam beim Pflegetag Rheinland-Pfalz auch nicht zu kurz. So wies Malu Dreyer unter anderem auf die Impulse hin, die Rheinland-Pfalz in Sachen Pflege auf Bundesebene setzen konnte. Als Beispiel nannte sie den präventiven Hausbesuch, der im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung nach dem Vorbild des hiesigen Modellprojekts „Gemeindeschwesterplus“ installiert wurde.

Dr. Markus Mai ging in seiner Rede noch einen Schritt weiter und forderte ein „Jahrzehnt der Pflege“ auf Bundesebene. Der Kammerpräsident betonte, dass noch einiges zu tun sei, bis die Rahmenbedingungen für qualitativ hochwertige und gesicherte Pflege geschaffen sind. „Damit wir endlich substantielle Verbesserungen erleben, müssen wir lauter werden, wir müssen noch stärker mobilisieren und wir müssen unsere Forderungen klar artikulieren. Die Zeit, in der über unsere Köpfe hinweg entschieden wurde, ist vorbei.“

Nachwuchs beim Pflegetag

Damit das funktioniert, ist auch der Nachwuchs gefragt, dachten sich die angehenden Pflegepädagogen Florian Gabriel und Laura Pinkhaus. Wie schon zum ersten Pflegetag reisten sie mit rund 35 Pflegeschülerinnen aus dem Bildungszentrum Eifel-Mosel zum Pflegetag an. „Wir wollen unseren Azubis zeigen, dass die Pflege eine Stimme hat“, sagt Gabriel.

Autorin: Kati Borngräber

Impressionen vom Pflegetag Rheinland-Pfalz 2018 finden Sie im interaktiven Kammermagazin zum Blättern.

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