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Andrea Bergsträßer
Foto: LPflK
Andrea Bergsträßer

Internationale Teams

Wir müssen einen Gang runterschalten!

Lesen Sie im Editorial der Vizepräsidentin Andrea Bergsträßer, warum die Landespflegekammer sich in dieser Ausgabe für den Schwerpunkt Internationale Teams entschieden hat.     

Liebe Leserinnen, liebe Leser, nun beginnt die Zeit, der wir seit Langem mit Sorge entgegensehen: Die geburtenstarken Jahrgänge, die Babyboomer, gehen nach und nach in Rente. Für unsere Berufsgruppe bedeutet das, dass gut jede dritte Kollegin (oder jeder dritte Kollege) ausscheidet. Was Experten so nüchtern als „demografischen Wandel“ bezeichnen, wirkt sich jetzt schon direkt auf unseren Arbeitsalltag und unsere Arbeitszufriedenheit aus. Was können wir tun?

Es wäre schön, wenn mehr Pflegende bereit wären, ihre Stunden aufzustocken und bis über das Renteneintrittsalter hinaus im Beruf zu bleiben. Schon jetzt machen das einige. Weitere würden wohl nachziehen, wenn die Arbeitsbedingungen entspannter würden. Aber wie kann das gelingen? Unter anderem können zugewanderte Pflegefachpersonen helfen, davon bin ich überzeugt.

Sicherlich, die Integration läuft nicht immer optimal. Aber es hat große Fortschritte gegeben. Und weil es für unser aller Wohlergehen im Beruf gerade jetzt so wichtig ist, dass viele von diesen Erfolgen erfahren, haben wir die Integration und Zusammenarbeit im internationalen Team in dieser Ausgabe zum Schwerpunkt gewählt.

Die Ansätze, die wir vorstellen, sind vielfältig. Doch sie entspringen alle einer Erkenntnis: Es bringt nichts, nach dem Motto „Ab in den Deutschkurs und dann schnell einarbeiten“ zu verfahren. Nein, alle müssen einen Gang runterschalten, sich Zeit nehmen für Gespräche, Anleitung, Erklärungen und auch Feste. Das müssen wir alle wieder lernen. Auch um Auszubildende zu halten. Denn sie sind zur Linderung der Personalnot ebenso wichtig wie ausländische Pflegefachpersonen. Auszubildende im Team gut aufzunehmen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein – und eine Freude, denn viele von ihnen sind hochmotiviert, wie die Statements zum Thema Berufsstolz (Seite 42) zeigen.

Wen das alles nicht überzeugt, dem möchte ich sagen: Sie tun das auch für sich selbst – es ist schlicht angenehmer (und meistens auch effizienter), in offener, entspannter Atmosphäre zu arbeiten.

Ihre Andrea Bergsträßer

Vizepräsidentin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz

Das Editorial ist im Juli 2022 in der Ausgabe 29 des Magazins der Pflegekammer Rheinland-Pfalz erschienen. Hier können Sie ihn sich runterladen – oder noch weiter unten – einen Blick in die gesamte Ausgabe werfen!   

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