Foto: Kai Abschresch

Personalnot

Westerfellhaus’ Fünf-Punkte-Plan

Von Boni, Prämien und guten Gehältern – dafür setzt sich der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung ein.

Die stille Reserve – es gibt sie, ist Andreas Westerfellhaus überzeugt. Und der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung möchte sie zurückgewinnen, um die Personalnot zu lindern. Er denkt vor allem an Pflegefachpersonen, die ihren Beruf verlassen haben, aber auch an die vielen Teilzeitkräfte. Mit einem Bündel von Anreizen will er sie locken:

  1. Steuerfreie Prämien für Berufsrückkehrer (5.000 Euro), Teilzeitkräfte (3.000 Euro), die aufstocken, und Ausbildungsabsolventen bei Ersteinstellung (3.000 Euro) sowie Prämien (3.000 Euro) für Einrichtungsleiter, die es nachweislich schaffen, Personal zu gewinnen und zu binden

  2. 80 Prozent Arbeit bei 100 Prozent Lohn für alle: Teilzeitkräfte, die aufstocken, 100-Prozent-Kräfte, die Stunden reduzieren, und Wiedereinsteiger. Wer weiterhin 100 Prozent arbeiten möchte, erhält einen Treuebonus als Gehaltszuschlag.

  3. Boni für Arbeitgeber, die auf innovative Weise ihr Personal binden – indem sie etwa ein sicheres Frei, jährliche Fortbildungen für Führungskräfte und Weiterqualifikation von Pflegehelfern zu Pflegefachpersonen anbieten, moderne Arbeitszeitmodelle einführen und die Entbürokratisierung voranbringen.

  4. Auch das soll die Arbeit attraktiver machen: Pflegefachpersonen bekommen eine Reihe heilkundlicher Aufgaben übertragen, die bisher vor allem Ärzten vorbehalten waren – etwa die Versorgung chronischer Wunden, spezifische Infusionstherapien und die Versorgung von Diabetes Typ 1 oder Typ 2.

  5. Einrichtungen zum Ausbilden animieren: Träger sollen Ausbildungskonzepte „von der Assistenz bis zum Master“ konzipieren, dafür wird ihr Kostenanteil an der neuen Pflegeausbildung gesenkt.

Die Kosten sollen auf „möglichst breiten Schultern getragen werden“, heißt es in dem für den Plan namens „Mehr PflegeKRAFT“, der auf der Internetseite des Pflegebevollmächtigten heruntergeladen werden kann. Westerfellhaus betont darin auch noch einmal, wie wichtig ihm flächendeckende Tarifverträge sowie eine Finanzierung der Pflegepersonalkosten im Krankenhaus außerhalb der DRG-Fallpauschalen sind. Beide Punkte seien ein absolutes Novum – sie finden sich aber tatsächlich auch im Eckpunktepapier von Gesundheitsminister Jens Spahn.

Autor/in: Kirsten Gaede

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