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Leserbrief

„Wenn wir nur klagen, finden wir keinen Nachwuchs“

Heike Christmann aus Mainz über das aktuelle Bild der Pflege und negative Schlagzeilen

Viele Artikel werden derzeit verfasst, wie anstrengend die Tätigkeit als Gesundheits-, und Krankenpfleger*in beziehungsweise Altenpfleger*in ist. Schichtarbeit, häufiges Einspringen, schlechte Bezahlung, undankbare Kunden, rückenbelastende Tätigkeiten, fehlende Hilfsmittel, hohe psychische Belastung – die Mängelliste ist lang und muss, wenn die pflegerische Versorgung in Deutschland sichergestellt werden soll, angegangen werden. Doch finde ich es wichtig, dass wir nicht nur die Schwierigkeiten, die mit der Ausübung des Berufes verbunden sind, aufzählen. Wir sollten in der Gesellschaft auch darüber reden, dass die Tätigkeit ein erfüllender Beruf sein kann.

Je nach Arbeitgeber ist der Beruf nämlich doch der Traumjob – genauso wie ich ihn mir vor 29 Jahren vorgestellt habe. Persönlich suchte ich lange, bis ich einen Arbeitgeber gefunden habe, bei dem ich meine Vorstellung von menschenwürdiger Pflege auch leben kann. Mit Zeit und guten Arbeitsbedingungen ist der Beruf erfüllend und kann zum Traumjob werden. Doch leider wird die schöne Seite des Pflegeberufes kaum dargestellt. Führen wir uns doch nur mal vor Augen, dass der geburtenstärkste Jahrgang 1964 in absehbarer Zeit in Rente gehen wird. Dann wird der momentane Pflegenotstand noch viel größer. Somit lasst uns bitte auf zwei Ebenen arbeiten: Lasst uns die Missstände benennen und angehen, aber gleichzeitig dafür werben, wie schön der Beruf sein kann. Nur so werden sich junge Menschen finden, die die Pflegeprofession auch ausüben wollen.

Heike Christmann, Mainz

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