Foto: Ocskay Mark

Patientenzufriedenheit

Wenn Pflegefachpersonen eigenverantwortlich heilkundliche Aufgaben übernehmen

Welchen Einfluss haben Pflegefachpersonen, die eigenverantwortlich heilkundliche Aufgaben übernehmen, auf die Genesung ihrer Patienten?

In manchen Ländern – etwa England und Holland – übernehmen bereits Pflegefachpersonen die hausärztliche Aufgabe der Grundversorgung und Beratung. Da stellt sich die Frage, ob die behandelnde Person die Genesung beeinflusst – oder aber die Anzahl der Arzneimittelverschreibungen in einer Klinik. Diese Frage versuchte ein Team aus Forschern um Miranda Laurant von der niederländischen HAN University of Applied Sciences in Nijmegen zu beantworten: Die Wissenschaftler durchforsteten 18 randomisierte Studien aus sieben verschiedenen, fast ausschließlich einkommensstarken Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder Kanada. Alle Studien waren bis Ende März 2017 veröffentlicht worden.

Wissenschaftler identifizierten vier Vorteile

Die Meta-Analyse fällt für die Pflegefachpersonen recht positiv aus: Der Gesundheitszustand der von ihnen behandelten Patienten entwickelte sich in dreierlei Hinsicht günstig:

So besserten sich die Blutdruckwerte bei diesen Patienten eher als bei solchen, die von einem Arzt versorgt wurden. Die Studienautoren gehen davon aus, dass sich dieses Ergebnis auch auf weitere Vitaldaten übertragen lasse, zumindest sei dieser Effekt „wahrscheinlich“.

Zudem gaben diese Patienten häufiger an, zufrieden zu sein oder schätzten ihre Lebensqualität höher ein als die ärztlich Behandelten.

Ein weiterer Studienfund lässt besonders aufhorchen: So sei es unter einigen Patientengruppen etwas seltener zu Todesfällen gekommen, wenn sie von Pflegekräften behandelt wurden statt von Ärzten.

Doch sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen, wie die Wissenschaftler betonen: „Hier variieren die Ergebnisse so stark, dass es auch möglich ist, dass die Grundversorgung durch Pflegekräfte keinen – oder wenn, dann nur einen kleinen – Unterschied macht.“ Die Autoren sprechen in einem solchen Fall von „low-certainty evidence“, also von statistisch zu geringen Sicherheitsbelegen.

Interessant aber auch dieser Fund: So dauern die einzelnen Konsultationen etwas länger, wenn Pflegefachpersonen sie durchführen. Außerdem ist die Zahl der Patienten, die zu vereinbarten Folgeterminen erscheinen, bei ihnen etwas höher als bei jenen, die von Ärzten versorgt wurden. Keinen oder kaum einen Einfluss hatte der Einsatz der Pflegefachpersonen auf die Anzahl der Verschreibungen von Medikamenten. Auch bei der Zahl der angeordneten weiterführenden Untersuchungen oder Überweisungen zeigte sich kein Unterschied.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der digitalen Ausgabe des Kammermagazins.

Das könnte Sie auch interessieren...

Patientensterblichkeit

Höhere Fachkraftquote, weniger Todesfälle

Studie bestätigt Zusammenhang zwischen Qualifikation und Zusammensetzung des Stationsteams und der Zahl der Todesfälle.

Ausgabe Nr. 15/2019

Kammermagazin interaktiv – Personalmix in der Pflege

In Klinik und Altenpflege arbeiten immer mehr Pflegehilfskräfte. In Ausgabe 15 des Kammermagazins fragen wir: Was bedeutet das für Pflegefachpersonen? Und: Was müssen Träger jetzt tun?

Best-Practice-Beispiel

Demenz in der Klinik

Demenz macht auch an der Krankenhauspforte nicht halt. Was Kliniken und Klinikpersonal im Umgang mit Patienten mit Demenz alltagstauglich tun können (Download-PDF)

Bettlägerige Patienten

5 Tipps für die Spitzfuß-Prophylaxe

Ein Spitzfuß ist nur mit einer OP behandelbar. Eine gründliche Prophylaxe ist deshalb das A&O bei bettlägerigen Patienten.