Foto: ©deagreez - stock.adobe.com

Resilienz-Studie

Was macht uns resilient?

Wie lässt sich die Resilienz von Pflegefachpersonen am besten fördern? Dies untersucht der Kemperhof jetzt zusammen mit dem Deutschen Resilienz-Zentrum.

Krankheiten, die mit Stress zusammenhängen (etwa Depressionen), sind in Pflegeberufen relativ häufig. Lässt sich das ändern? Und wenn ja: wie?

Ein Weg wäre, Pflegekräfte dabei zu unterstützen, mehr Resilienz zu entwickeln. Resilienz ist das Vermögen, sich von Krisen und widrigen Lebensumständen nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Benno Schanz, Pflegedirektor des Kemperhofs, hält diese Fähigkeit für so zentral, dass er eine Studie zur Resilienz angestoßen hat – mit Erfolg. „Es ist immer heikel, wenn Studienteilnehmer aus den eigenen Reihen beteiligt sind: Es gibt Vorbehalte, Ängste, unterschiedliche Interessenlagen. Dass es geklappt hat, liegt sicherlich an unserer Unternehmenskultur und unserem relativ neuen Bildungs- und Forschungsinstitut – so etwas gibt es außerhalb von Unikliniken selten“, sagt Natalie Waldforst, Direktorin dieses Instituts (BFI) des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein. Untersucht werden im 520-Betten- Haus Kemperhof zwei Ansätze zur Förderung der Resilienz:

Trainingsprogramm A

Die interaktiven Trainingseinheiten beinhalten Übungen im Einzel-, Partner- oder Gruppensetting. Im Rahmen der Intervention werden sechs wissenschaftlich gut belegte psychologische Resilienzfaktoren trainiert, die helfen, arbeitsbezogene und private Stressoren zu bewältigen. Es geht darum, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die helfen, Schwierigkeiten im Leben zu bewältigen und Lebenszufriedenheit zu erlangen. Auf diese Weise lassen sich stressbedingte psychische Erkrankungen vorbeugen.

Trainingsprogramm B

Der Schwerpunkt liegt in dem Erlernen und dem aktiven Einüben von Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren. Das Training zielt darauf ab, die Stresstoleranz zu steigern, die Fähigkeit zur Entspannung zu stärken und damit der Entstehung stressbedingter Symptome entgegenzuwirken.

„Für beide Interventionen gilt: Sie sind ressourcen- und nicht defizitorientiert. Das Individuum wird als aktiver Bewältigter und Mitgestalter seines Lebens gesehen und erhält durch die Trainingsprogramme die Chance, Problemen erfolgreich zu bewältigen und ihnen nicht hilflos ausgeliefert zu sein“, betont der Pflegedirektor. Die Teilnahme wird als Arbeitszeit angerechnet und ist kostenlos für die Pflegefachpersonen im Kemperhof, der einer von fünf Standorten des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein ist. Den zwei Trainingsprogrammen werden die Teilnehmer nach dem Zufallsverfahren zugeordnet.

Benno Schanz (Pflegedirektor des Kemperhofs Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein):

„Wir möchten eine längerfristige Kooperation mit dem Deutschen Resilienzzentrum in Mainz etablieren und die Erkenntnisse in unsere Führungskräfteseminare einbauen.“

Das könnte Sie auch interessieren...

Foto: Ann-Kristina Simon

Am häufigsten gelesen

Best of 2019

In der 18. Ausgabe des Kammermagazins präsentieren wir Ihnen die beliebtesten Beiträge des letzten Jahres.

Foto: TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz

Pflegeforum

Mehr Resilienz, bitte!

Pflegeforum und Workshops für professionell Pflegende und pflegende Angehörige

Foto: pflegeausbildung.net

Kampagne

Giffey wirbt um die Jugend

Unter dem Motto „Mach Karriere als Mensch“ bewirbt das Bundesfamilienministerium den Beginn der neuen Pflegeausbildung ab 2020.

Foto: Dann Dimmock / unsplash.com

Leserbrief

„Wenn wir nur klagen, finden wir keinen Nachwuchs“

Heike Christmann aus Mainz über das aktuelle Bild der Pflege und negative Schlagzeilen