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ZQP-Ratgeber

Umgang mit Wut

Eine kostenlose Broschüre erklärt Pflegenden, wie sie Konflikte vermeiden und mit Aggressionen auf beiden Seiten umgehen können.

Irgendwann begegnet man ihnen in der ambulanten Pflege: blauen Flecken am Körper des Patienten. Eine Krise. Und ein Zeichen, dass gleich zwei Menschen in Not sind: das pflegebedürftige Familienmitglied und ein Angehöriger, der die Beherrschung verloren hat. Hier ist Hilfe gefragt – beispielsweise die frisch erschienene Broschüre „Gewalt vorbeugen. Praxistipps für den Pflegealltag“.

Auch für Hilfskräfte ist der Inhalt von Interesse. Pflegefachpersonen in ambulanten Diensten und Krankenhäusern können das Heft präventiv einsetzen, sprich auslegen oder verteilen.

Wie wichtig Aufklärung in diesem Bereich ist, zeigt eine Analyse der Stiftung ZQP, die den Ratgeber herausgibt. Das ZQP befragte pflegende Angehörige zu ihren Erfahrungen mit Aggressionen rückblickend auf die letzten sechs Monate. 47 Prozent der Befragten berichteten, von ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied psychische oder körperliche Gewalt erfahren zu haben: 40 Prozent gaben an, selbst schon gewaltsam gegenüber dem Pflegebedürftigen gehandelt zu haben.

Dass auch das Vernachlässigen der Pflege eine Form von Gewalt darstellt, wie Angehörige und Pflegende das Selbstwertgefühl pflegebedürftiger Menschen stärken und wie sie herausforderndem Verhalten von Menschen mit Demenz begegnen können – auch dies wird in dem Ratgeber erläutert. Das 28-seitige Heft ist übersichtlich und gut lesbar. Kein Wunder, dass der Ratgeber beim Broschüren-Wettbewerb 2018 des Netzwerks Familien- und Patientenedukation ausgezeichnet wurde.

Den Ratgeber können Sie auf der Seite der Stiftung bestellen oder als PDF-Datei herunterladen.

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