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Expertenstandards

„Standards sind ein Muss, kein Kann“

Warum Expertenstandards in Rheinland-Pfalz jetzt sogar eine gesetzliche Grundlage haben, erklärt Andrea Bergsträßer aus dem Vorstand der Landespflegekammer im Interview.

Frau Bergsträßer, Sie sind seit 2017 Mitglied im Lenkungsausschuss des DNQP. Wie ist es dazu gekommen?

Mit der Gründung der Pflegekammern in Deutschland haben diese einen gesetzlichen Auftrag zur Sicherung der Pflegequalität erhalten. Anstatt zu diesem Zweck ein eigenes Gremium zu gründen, haben wir bewusst den Schulterschluss zum DNQP gesucht – schließlich haben sich hier schon vor gut zwei Jahrzehnten Pflegefachpersonen auf eigene Initiative auf den Weg gemacht, um die Qualität der Pflege in Deutschland voranzubringen. Diese etablierten Strukturen brauchten wir nicht neu zu erfinden. Meine Rolle ist dabei die eines Bindeglieds: Ich repräsentiere einerseits die Pflegekammer im Lenkungsausschuss und halte andererseits die Kammervertreter über aktuelle Themen und Diskussionen des DNQP auf dem Laufenden.

Inwiefern ist die neue Berufsordnung für die Expertenstandards von Bedeutung?

Die Berufsordnung gibt vor, dass Pflegefachpersonen nach aktuellen wissenschaftlichen Standards arbeiten müssen. Da die Berufsordnung Gesetzescharakter hat, schafft sie eine gesetzliche Grundlage für die Expertenstandards, die es so vorher nicht gegeben hat.

Wie läuft die Arbeit für den Lenkungsausschuss konkret ab?

Wir sind 13 Mitglieder, die zweimal im Jahr zu eintägigen Sitzungen in Osnabrück oder Berlin zusammenkommen. Dort diskutieren wir etwa die Themen der nächsten Expertenstandards oder die grundsätzliche strategische Ausrichtung des DNQP und treffen Entscheidungen per Abstimmung. Nach so einem Tag nehme ich die Informationen und Eindrucke mit nach Rheinland-Pfalz und sammle Rückmeldungen, um sie wiederum in die nächste Sitzung des Lenkungsausschusses einzubringen.

Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz ist bisher die einzige in dem Ausschuss. Werden weitere Kammern folgen?

Im Gründungsausschuss der Bundespflegekammer laufen zurzeit intensive Gespräche über mögliche Themen von bundesweiter Relevanz. Die Sicherung der Pflegequalität ist eines davon. Ich persönlich denke, es wäre eine gute, ressourcenschonende Lösung, wenn künftig ein Vertreter für alle Kammern im Lenkungsausschuss sitzt und die Themen so weitertransportiert, dass sie Einzug in die Länder halten. Diese Aufgabe zu übernehmen bin ich gern bereit. Aber ich habe auch kein Problem damit, sie zu teilen oder abzugeben – für mich steht in erster Linie die Sache im Vordergrund.

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