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Arzt-Anweisungen

Sicher Medikamente geben - ein Beispiel aus Landau

Anweisungen auf Zuruf? Bitte nur mit Read-back und Call-out. Das Vinzentius-Krankenhaus Landau hat damit beste Erfahrungen gemacht.

Anweisungen auf Zuruf sind im Krankenhaus gang und gäbe. Aber eine heikle Angelegenheit. Schnell kommt es zu Missverständnissen: Der Name des Medikaments mag ähnlich klingen wie der einer anderen Arznei, die Pflegefachperson kann sich nur vage an die Dosierung erinnern – und der Patient? Maier heißt er. Aber diesen Namen gibt es augenblicklich zwei Mal … leicht unterschiedlich geschrieben, doch der Unterschied ist natürlich nicht zu hören …

VUG-Methode: „Gelesen und genehmigt“

Das Vinzentius-Krankenhaus Landau (399 Betten) hat für solche Zuruf-Anordnungen eine Lösung gefunden. Zunächst: Wenn der Arzt auf Station präsent ist, dokumentiert er grundsätzlich seine Anordnung mit Unterschrift im Visitenblatt. Gibt er die Anordnung telefonisch durch, greift die VUG-Methode. VUG steht für „vorgelesen und genehmigt“. Das sieht in der Praxis so aus: Der Arzt verordnet Frau Maier, die unter Kopfschmerzen leidet, 500 Milligramm Paracetamol. Die Pflegefachperson fragt zurück: „500 Milligramm Paracetamol für Monika Maier, geboren am 6. Juni 1955?“ und dokumentiert die Anordnung im Visitenblatt. Der Arzt bestätigt die Anordnung und unterzeichnet so schnell wie möglich, „allerspätestens aber zu Dienstende“, sagt Pflegedirektorin Katharina Seelinger.

Dieses Vorgehen wird auch als Read-back bezeichnet und ist in der Luftfahrt Standard. Im Vinzentius-Krankenhaus Landau hat Katharina Seelinger es auch für die Übergabe des BTM-Schlüssels eingeführt. Die Pflegefachperson, die den Schlüssel übergibt, sagt: „BTM-Schlüssel sicher übergeben.“ Die Pflegefachperson, die ihn annimmt, antwortet: „BTM-Schlüssel sicher übernommen!“ „Wir haben damit gute Erfolge erzielt. Die Schlüssel werden jetzt viel seltener gesucht. Das Read-back schafft einen Moment des Innehaltens, der Konzentration“, sagt die Pflegedirektorin.

Nachts werden keine Medikamente gestellt

Lächerlich kommt sich beim Read-back niemand mehr vor – denn alle Pflegenden praktizieren es seit 2012. Und wer neu anfängt im Haus, wird gleich dazu geschult. Für das Management hat es den positiven Nebeneffekt, dass Auditoren beeindruckt sind von der akkuraten Dokumentation, in der jede Anordnung gegengezeichnet ist. Wie etwa Hans Härting von der Assekurisk.

Der Pilot lobt auch die Call-out-Methode im Vinzentius-Krankenhaus: Wer immer die Medikamente stellt, liest dabei den Namen und die Dosierung laut. „Das haben einige anfangs belächelt, aber es ist nun einmal erwiesen, dass das laute Sprechen einen eher davor schützt, Information zu überlesen“, sagt Katharina Seelinger. Was in Landau beim Medikamente richten außerdem hilft: Die Nacht ist für diese Tätigkeit überwiegend tabu. Und: Die Pflegefachperson ist teilweise abgeschirmt, etwa durch eine Milchglasfolie und demnächst zusätzlich durch den Hinweis: „Medikamente richten ist eine wichtige Aufgabe und erfordert unsere höchste Kon-
zentration.“

Autorin: Kirsten Gaede 

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