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Kommentar

Pflege auf der politischen Agenda

In Bund und Ländern wird die Entwicklung der professionellen Pflege angegangen. Ein Kommentar von Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer.

Es tut sich viel in Sachen Pflegepolitik. Auf der Bundesebene geht es derzeit um die Einführung von verbindlichen Personaluntergrenzen - ein Meilenstein. Für die geplanten Maßnahmen sehen wir aber deutlichen Nachbesserungsbedarf. Wir haben Gesundheitminister Spahn und das Ministerium bereits eindringlich darauf hingewiesen, dass die Bemessungszahlen willkürlich festgelegt sind. Sie führen zu einem Personalausstattungsniveau, mit dem wir im europäischen Vergleich Schlusslicht bleiben. Ein hohes Versorgungsrisiko wird so leider billigend in Kauf genommen. Personalbemessungsinstrumente und Personaluntergrenzen müssen zwingend auf breit angelegten, pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und sich am tatsächlichen Pflegebedarf orientieren. Das angedachte Modell wird so daher von uns abgelehnt, da es die konkrete Versorgungssituation vernachlässigt.

Wir brauchen eine Bundespflegekammer

Damit die Positionen der beruflichen Pflege auch in Berlin deutlicher wahrgenommen werden, müssen wir unbedingt auch auf der Bundesebene vertreten sein. Wir brauchen deshalb den Zusammenschluss und eine Vertretung der Pflegekammern auf der Bundesebene!

Doch wie sieht es auf der Länderebene aus? Besonders spannend ist die laufende Befragung der Pflegenden in Nordrhein-Westfalen,in der es um die Frage geht, ob dort ein Pflegeringmodell wie in Bayern oder eine echte berufsständische Selbstverwaltung eingeführt werden soll. Ein Pflegering ist durch Steuergelder finanziert und damit mal wieder von der Politik abhängig. Noch schlimmer ist jedoch, dass sogar Arbeitgebervertretern eine Mitgliedschaft und Mitbestimmung möglich ist. Der Pflegering ist keine Interessensvertretung, sondern der Ausverkauf der professionellen Pflege. In einer Bundespflegekammer haben solche falschen Fünfziger natürlich nichts verloren. (PKRLP)

Autor: Dr. Markus Mai

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Lesen Sie hier den Kommentar von Markus Mai aus der Ausgabe 9 des Kammermagazins.

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