Foto: Mathilde Schliebe

Speziell für Pflegefachpersonen

Neue bundesweite Kinderschutzhotline

Die neue Kinderschutzhotline richtet sich gezielt an alle medizinischen Heilberufler, um mehr Sicherheit im Umgang mit Kinderschutzfällen zu geben.

Die neue Medizinische Kinderschutzhotline bietet Unterstützung für medizinisches Fachpersonal bei Verdacht auf Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch.

Fragen des Kinderschutzes treten in jedem medizinischen Bereich auf. Trotz ihrer Bedeutung werden sie in der Ausbildung jedoch kaum berücksichtigt. Das Bundeskinderschutzgesetz, das im Jahr 2012 mit dem Ziel der Stärkung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen verabschiedet wurde, soll unter anderem die Zusammenarbeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen und in der Jugendhilfe verbessern. Eine Evaluation dieses Gesetzes ergab, dass medizinischen Heilberufen eine zentrale Bedeutung im Kinderschutz zukommt, insbesondere beim Aufdecken von Gefährdungen bei Säuglingen und Kleinkindern (1). Durch den engen Kontakt mit den kleinen Patienten und Patientinnen sowie ihren Familien kommt hierbei insbesondere auch Angehörigen des Pflegefachpersonals eine besondere Rolle zu. Die Evaluation ergab jedoch auch, dass in den Heilberufen vielfältige Fragen und Unsicherheiten in Kinderschutzfällen bestehen (1)(2).

Auf diesen Bedarf reagiert die „Medizinische Kinderschutzhotline“, die bundesweit rund um die Uhr unter der kostenfreien Nummer 0800 19 210 000 erreichbar ist. Die Hotline richtet sich hierbei gezielt an medizinisches Fachpersonal, also nicht nur an ärztliches Personal, sondern auch an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege im stationären und ambulanten

Sektor sowie an weitere Heilberufe (u. a. Hebammen, Personal im Rettungsdienst etc.).

Bei Verdacht auf Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bietet die Hotline eine niedrigschwellige, praxisnahe und kollegiale Beratung

„auf Augenhöhe“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotline sind speziell geschulte Mediziner mit spezifischem Fachwissen im Kinderschutz. Die Falldarstellung erfolgt anonymisiert, die Inhalte des Gespräches bleiben vertraulich. Die Fallverantwortung bleibt bei dem Anrufenden vor Ort.

Weitere Informationen finden Sie im Heft oder hier

(1) Bericht der Bundesregierung: Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes

(2) Bertsch, Bianca (2016):Wirkungen des Bundeskinderschutzgesetzes – wissenschaftliche Grundlagen. Ergebnisbericht zu Erhebungen im Gesundheitswesen .

Autoren: Oliver Berthold, Dr. Vera Clemens, Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Andreas Witt

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