Foto: Tim Friesenhagen

Interview mit einer Ökotrophologin

Nach Ursachen von Mangelernährung forschen

Die Ökotrophologin Anne Sauer erklärt im Interview, warum es so wichtig ist, dass Pflegefachpersonen Mangelernährung auf den Grund gehen.

Sie arbeiten im Ernährungsteam des Kölner St. Marien-Hospitals. Gibt es das häufig?

Nein. Der ganz überwiegende Teil aller deutschen Kliniken hat kein Ernährungsteam. Ich bin sehr froh in einem Krankenhaus zu sein, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, Patienten in möglichst vielen Bereichen gut zu betreuen.

Warum ist Mangelernährung im Krankenhaus so ein verbreitetes Problem?

Es kommen verschiedene Faktoren zusammen: Erkrankungen und Medikamente können eine Appetitlosigkeit verursachen oder verstärken, der Aufenthalt in einer ungewohnten Umgebung, ungewohntes Essen, ein veränderter Essens- und Tagesrhythmus, die Abhängigkeit von Fremden. Auch wenn ein Patient keine Dysphagie hat, kann er auf die Hilfe beim Anreichen des Essens oder Trinkens angewiesen sein. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, wie Kraftlosigkeit, die dazu führen, dass jemand eine Wasserflasche oder Marmeladenpackung nicht alleine öffnen kann. Dazu kommt bei einigen Patienten die Scham, um etwas vermeintlich so Unwichtiges bitten zu müssen.

Wie können Pflegekräfte gegensteuern, wenn sie Mangel­ernährung befürchten?

Gewichtsabnahme, lockere Kleidung, verändertes Essverhalten sind Signale, auf die man achten sollte. Dann gilt es, die Ursachen zu ergründen. Manche kann man beheben, etwa mit einem Zahnarztbesuch oder der Umstellung der Medikation. Manchmal hilft Gesellschaft beim Essen.

Das Interview in voller Länge lesen Sie im interaktiven Kammermagazin zum Blättern.

https://epaper.pflegemagazin-rlp.de/08-PFL_Mai_2018_Rheinland-Pfalz_epaper.pdf

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