Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

EU-Bürgerdialog

Merkel muss bei Frage zur Pflege passen

Beim EU-Bürgerdialog diskutierten Trierer mit Angela Merkel. Auf die Frage von Kammervertreterin Birgit Hansen wusste die Kanzlerin jedoch keine Antwort.

Wenn Sie der mächtigsten Frau im Land eine Frage stellen könnten – welche wäre das? Was für die meisten Deutschen nicht mehr als ein Gedankenspiel ist, wurde für 70 Bürger der Region Trier zur realen Herausforderung. In der Europäischen Rechtsakademie trafen sie im Oktober 2018 Bundeskanzlerin Angela Merkel und hatten rund 90 Minuten Zeit, um mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Kammervertreterin trifft Kanzlerin

Eine von ihnen war Birgit Hansen, gewählte Vertreterin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz. „Ich habe die Kanzlerin gefragt, mit welcher Begründung alten Menschen eine auf pflegewissenschaftlichen Grundlagen basierende Pflege vorenthalten wird“, sagt die Heim- und Pflegedienstleiterin des Trierer Mutter-Rosa-Altenzentrums. Damit brachte sie ihre Kritik an dem weniger qualifizierten Sonderweg der Altenpflege in der Generalistik zum Ausdruck.

E-Mail an Angela Merkel

Eine ziemlich konkrete Frage – so konkret, dass Merkel keine Antwort darauf wusste. „Das räumte sie dann aber auch sofort ein und schlug vor, dass wir Adressen austauschen, um die Frage zu klären“, so Hansen. Und tatsächlich, nach dem Gespräch kam der Regierungssprecher Steffen Seibert auf sie zu, reichte ihr seine Visitenkarte und bat sie, Kontakt aufzunehmen.

Am nächsten Tag schrieb Hansen eine lange E-Mail an die Kanzlerin, in der sie ihre Frage näher erläuterte und die Gelegenheit beim Schopfe packte, weitere Anliegen vorzubringen. Vom bundeseinheitlichen validen Stellenschlüssel über das Pflegepersonalstärkungsgesetz und die Personaluntergrenzen bis hin zum Tariflohn für alle sprach sie die Themen an, die sie und viele andere Kammermitglieder derzeit bewegen.

Engagement für die Pflegekammer

Geantwortet hat Merkel zwar noch nicht – aber allein die Möglichkeit, ihre Anliegen bei der Kanzlerin platzieren zu können, gibt Kammervertreterin Hansen ein gutes Gefühl. „Es ist ein Mittel mehr gegen meine Ohnmacht“, sagt die Registered Nurse. Das ist übrigens auch der Grund, warum sie sich in der Vertreterversammlung engagiert. „Da kann man an Stellschrauben drehen.“

Autorin: Kati Borngräber

Bürgerdialog zur Zukunft Europas

© Die Bundesregierung

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