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Dr. Ruth Hecker ist Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. An der Uniklinik Essen arbeitet die Fachärztin für Anästhesie als Chief Patient Safety Officer.
Foto: Helen Carine Hecker
Dr. Ruth Hecker ist Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. An der Uniklinik Essen arbeitet die Fachärztin für Anästhesie als Chief Patient Safety Officer.

Gastkommentar Medikamentensicherheit

Medikationsfehler: Jeder ist einer zu viel!

Gastkommentar von Dr. Ruth Hecker, Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. „Medikamentensicherheit ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Patientensicherheit“, sagt sie.

Jährlich führen Medikationsfehler zu etwa 250.000 Krankenhauseinweisungen, was ungefähr fünf Prozent aller Fälle ausmacht. 40 Prozent der Patientinnen und Patienten, die drei oder mehr Medikamente einnehmen, haben schon einmal Probleme mit ihrer Medikation festgestellt, zum Beispiel dass sie Tabletten vergessen, zum falschen Zeitpunkt eingenommen oder verwechselt haben. Eine norwegische Studie stellte fest, dass 18,2 Prozent der Todesfälle im Krankenhaus auf ein oder mehrere Medikamente zurückgeführt werden können. Mehr als die Hälfte aller arzneimittelbezogenen Krankenhausaufnahmen ist vermeidbar. Dies zeigt: Medikamentensicherheit ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Patientensicherheit.

Die Arbeitsgruppe Arzneimitteltherapiesicherheit beim Aktionsbündnis Patientensicherheit unter der Leitung von Prof. Dr. Hanna Seidling und Dr. Ronja Woltersdorf hat einiges an Patienteninformationen und Handlungsempfehlungen zum Thema entwickelt, die zu mehr Patientensicherheit beim Thema Medikamentensicherheit beitragen sollen. Patienteninformationen und Handlungsempfehlungen entstehen beim Aktionsbündnis Patientensicherheit durch Erarbeitung in ehrenamtlich tätigen Arbeitsgruppen, von der Praxis für die Praxis, und bilden das Herzstück der Arbeit des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Erst beim zuletzt vergebenen Deutschen Preis für Patientensicherheit hat einer der Preisträger eine Auszeichnung für eine Innovation erhalten, die Medikamentensicherheit thematisierte. Für „Stop-Injekt Check“ erhielten die Asklepios Kliniken den zweiten Preis. Sie zeigen eindrucksvoll, wie ein kurzes Innehalten Tausende von Medikationsfehlern jährlich verhindern kann. Mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit fördert das Aktionsbündnis Patientensicherheit in Kooperation mit seinen Partnern die Sicherheitskultur im deutschen Gesundheitswesen. Der Preis wird auch dieses Jahr wieder im Mai im Rahmen der „APS Jahrestagung 2022“ vergeben.

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