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Patienten in der Klinik

Mangelernährung im Krankenhaus

In Kliniken wird Mangelernährung oft zu spät erkannt. Dabei ließe sich leicht gegensteuern, wenn Pflegefachpersonen mehr Zeit bekämen.

Oft ist das Servieren der Mahlzeiten längst nicht mehr die Aufgabe von Pflegekräften, sondern wird von externen Dienstleistern besorgt. Vieles, was sonst im beiläufigen Gespräch herauskäme, bleibt unerwähnt. Outsourcing, sagt Kerstin Paradies, Sprecherin der Konferenz onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) in der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), sei ein wichtiger Grund, warum Mangelernährung im Krankenhaus oft zu spät erkannt wird.

Screening? Häufig Fehlanzeige

Ein regelmäßiges Screening auf Mangelernährung werde im klinischen Bereich bisher kaum durchgeführt, so die Krebsmedizinerin Jutta Hübner, die seit Jahren zu dem Thema an der Universität Jena forscht. Dabei gehört es, so KOK-Sprecherin Kerstin Paradies, in guten ambulanten Praxen längst zum Standard, eine „solide soziale Anamnese“ durchzuführen und kurz- und mittelfristige Gewichtsverläufe und Veränderungen im Essverhalten zu dokumentieren. In den Kliniken kommt noch ein eklatanter Mangel an Diätassistenten hinzu, auch weil die Ernährungsberatung sich schlecht abrechnen lässt.

Professor Jutta Hübner: „Die ambulante Ernährungsberatung ist kein Heilmittel im Sinne des Paragraf 92 Sozialgesetzbuch. Derzeit handelt es sich dabei um eine ‚Kann-Leistung‘ der gesetzlichen Kassen, die ohne Begründung abgelehnt werden kann und nicht einklagbar ist.“ Ein Grund, warum die Krankenhäuser oft nicht investieren: Im stationären Bereich sei die Leistung zwar DRG relevant, aber auch dies „reicht nicht aus, um Ernährungsteams vollständig zu finanzieren.“

Autorin: Kirsten Wenzel

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