Foto: Peter Pulkowski

Expertenstandard Dekubitus

Manchmal wird sich einfach nicht richtig gekümmert

1998 entstand der erste nationale Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Jetzt wurde er zum zweiten Mal überarbeitet.

In den vergangenen 21 Jahren hat sich rund um die Dekubitusvorsorge einiges verbessert, sagte der Rechtsmediziner Klaus Püschel gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Auch der fünfte Pflegequalitätsbericht des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V.(MDS) registrierte jüngst Fortschritte bei der Vorbeugung gegen Druckgeschwüre (Dekubitus): 43,7 Prozent der Heimbewohner hatten ein Risiko für Druckgeschwüre; 80,7 Prozent wurden aber laut MDS angemessen behandelt.

Fehler im System

Der Wissensstand habe sich seit dem ersten Expertenstandard nicht wesentlich geändert, sagt Dr. Jan Kottner, wissenschaftlicher Leiter der Expertenarbeitsgruppe „Dekubitus­prophylaxe in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Das Expertenteam um Kottner identifizierte ein anderes Problem: „Das, was wir wissen, wird nicht kontinuierlich und nicht fachgerecht gemacht. Es wird sich manchmal einfach nicht richtig gekümmert“, so Kottner, der an der Charité die klinische Forschung der Klinik für Dermatologie leitet. Wenn Patienten heute einen Dekubitus erleiden, stecken meistens Fehler in der Organisation dahinter. Und diese will der 2017 nun schon zum zweiten Mal aktualisierte und jetzt in Berlin vorgestellte Standard möglichst beheben.

Eine der wichtigen Anpassungen ist die Reihenfolge der Handlungsebenen. Diese orientieren sich jetzt klarer an den Schritten des Pflegeprozesses und folgen stärker der Logik anderer Standards. Außerdem wird die Verantwortung der Einrichtung deutlicher als zuvor betont. So heißt es unter anderem: „Die Einrichtung verfügt über eine Verfahrensregelung zur Dekubitusprophylaxe.“

Autorin: Kirsten Gaede

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