Gehälter in der Pflege

Krankenhäuser locken mit attraktiven Gehältern

Der Fachkräftemangel lässt die Gehälter in der Pflege steigen. Wer profitiert von den Gehaltserhöhungen? Wer verliert dabei?

Der Fachkräftemangel lässt die Gehälter rasant steigen – zumindest in den Krankenhäusern. Die Altenpflege wird jedoch nach wie vor stiefmütterlich vergütet.

Selten hat sich eine Prognose so präzise bestätigt wie die von Prof. Dr. Boris Augurzky: Die Gehälter der Pflegefachpersonen würden in den nächsten fünf Jahren deutlich steigen, meinte der Autor des Krankenhaus-Rating- und Pflegeheim- Rating-Reports Ende 2012 in einem Interview. „Bedingt durch den Fachkräftemangel werden einige Krankenhäuser anfangen, gut qualifizierte Pflegekräfte – etwa Intensiv- und OP-Fachkräfte – von anderen Häusern abzuwerben. Und dies wird, wie in anderen Branchen auch, unter anderem über das Gehalt laufen.“

Bis zu 300 Euro mehr im Monat

Und tatsächlich: Seit 2013 sind die Gehälter jedes Jahr um 2,35 bis 3 % gestiegen – für Pflegefachpersonen, die im Krankenhaus arbeiten und nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) vergütet werden. Die Jahre zuvor, zwischen 2002 und 2012, gaben die Krankenhäuser dagegen für eine Vollzeitkraft von Jahr zu Jahr jeweils nur durchschnittlich 1,7 % mehr aus. [mehr dazu im Artikel]

Flexi-Zuschläge weit verbreitet

Neben diesen tariflichen Gehaltserhöhungen gibt es an einigen Kliniken inzwischen inoffizielle Zulagen über Boni, Prämien-Programme oder Gutscheine. Relativ verbreitet ist auch der Flexi- Zuschlag für das kurzfristige Einspringen. [mehr dazu im Artikel]

Gehälter der in der Altenpflege hinken hinterher.

2013 verdienten Pflegefachpersonen in der Altenpflege im Westen 18,2 % weniger, im Osten sogar 28,9 % weniger als in der Krankenpflege. Dies liegt vor allem daran, dass sich die Altenpflege vor allem im Osten zum größten Teil in den Händen privater Träger befindet. Diese haben selten Tarifverträge; nur wenige Träger – etwa einige Wohlfahrtsverbände, die Sozialholding Mönchengladbach und die Bremer Heimstiftung – sind nach Aussagen von ver.di tarifgebunden. Auch Arbeitgeberattraktivität ist bisher nur selten Thema. So gibt es in 79 % der Einrichtungen kein betriebliches Gesundheitsmanagement, wie aus dem Gesundheitsatlas 2017 der Betriebskrankenkassen (BKK) hervorgeht. [mehr dazu im Artikel]

Und wie schätzt die Landespflegekammer die aktuellen Gehaltsentwicklungen ein?

„Ein Tropfen auf den heißen Stein“ - so bewertet Hans-Josef Börsch die aktuelle Gehaltssituation und die verschiedenen Anreizsysteme, „denn mit diesen kurzfristigen Maßnahmen werden die eigentlichen Probleme nicht gelöst! […] Und wer glaubt, dass nun in der Pflege gut verdient wird, der irrt!“

Den vollständigen Kommentar von Hans-Josef Börsch finden Sie am Ende des Artikels oder hier

Allgemein gilt: Alle Kommentare der Pflegekammer Rheinland-Pfalz können Sie am blau hinterlegten Hintergrund erkennen. Diese geben die Position und die Einschätzung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz wieder

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