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Foto: Medizinische Kinderschutzhotline

Berufsausübung

Kindeswohlgefährdung: Neue Aufgabe der Kammer

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz vor körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt. Im Kinder- und Jugendschutz geht es sowohl um Prävention als auch um Intervention. Durch eine Änderung im Heilberufsgesetz haben die Mitglieder und auch die Landespflegekammer in diesem Bereich eine neue Aufgabe.

Für Pflegefachpersonen haben die Patientenbeobachtung, die Beobachtung der Eltern-Kind-Interaktion, die Kommunikation mit den Patienten und der Aufbau eines professionellen Vertrauensverhältnisses zu Kindern und deren Familien einen hohen Stellenwert. Die Wahrscheinlichkeit, Missbrauchsfälle zu erkennen, ist hoch. Der Gesetzgeber hat daher den § 22a des Heilberufsgesetzes angepasst. Dieser besagt, dass Kammermitglieder im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit verpflichtet sind, „auf besondere Risiken für Vernachlässigung, Missbrauch oder Misshandlung von Kindern und Jugendlichen und anderen besonders schutzwürdigen Personen zu achten und, soweit dies erforderlich ist, auf Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen hinzuwirken; sie arbeiten hierzu insbesondere mit den Einrichtungen und Diensten der öffentlichen und freien Jugendhilfe und dem öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen“ und sollen sich nach ihren Möglichkeiten an den lokalen Netzwerken in der jeweils geltenden Fassung beteiligen. „Liegen gewichtige Anhaltspunkte für eine Misshandlung, Vernachlässigung oder einen sexuellen Missbrauch eines Kindes oder Jugendlichen vor, ist dies dem Jugendamt unter Übermittlung der erforderlichen personenbezogenen Daten unverzüglich mitzuteilen, um eine Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen abzuwenden“, heißt es wörtlich.

Aufgabe der Kammer

Der Landespflegekammer kommt die Aufgabe zu, gemeldete Berufspflichtverletzungen und Verstöße gegen die Berufsordnung zu prüfen, denn ob eine Pflegefachperson eine Berufspflichtverletzung eines Kollegen oder einer Vorgesetzten meldet, ist ihr nicht freigestellt: Sie muss in jedem Fall reagieren. Dabei ist zu Ermittlungen des Sachverhalts eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Institutionen unerlässlich und gesetzlich vorgesehen.

Kindeswohlgefährdung erkennen und richtig handeln, insbesonderewenn Kinder nicht die Patienten sind:

  • An wen wende ich mich im Verdachtsfall?Das in Ihrer Nähe zuständige Amt für Jugend und Familie übermittelt Ihnen Adresslisten mit Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern.
  • Wie erkenne ich eine Problemlage?Das in Ihrer Nähe zuständige Amt für Jugend und Familie übermittelt Ihnen Checklisten.
  • Wo liegt meine eigene Verantwortung vor Einbeziehung der Jugendämter?„Personen, die beruflich in Kontakt mit Kindern oder Jugendlichen stehen, haben bei der Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung im Einzelfall gegenüber dem örtlichen Träger der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft.“ (§ 8b Abs. 1 SGB VIII) (§8a Abs. 4 Nr. 2SGB VIII).
  • Wo erhalte ich Auskunft, wenn ich weitere Fragen habe?Im Internet unter: www.kinderschutzhotline.de oder beim telefonischen Beratungsangebot für Fachpersonal bei Kinderschutzfragen: 0800/192100

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