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Behördenreform

Keine Angst vor der Heimaufsicht

Die Heimaufsicht heißt jetzt Beratungs- und Prüfbehörde. Hinter der Änderung steckt eine auf Vertrauen basierende Herangehensweise. Ein Erfahrungsbericht.

Dienstagmorgen, neun Uhr. Ich betrete das Seniorenzentrum und melde mich am Empfang. „Guten Morgen, Frau Luig-Kaspari, wir erwarten Sie bereits“, werde ich begrüßt und in ein Besprechungszimmer geführt. Die Einrichtungs- und die Pflegedienstleiterin reichen mir freundlich die Hand, auf dem Tisch stehen Kaffee, Wasser und ein Teller mit Plätzchen. „Was kann ich denn heute für Sie tun?“, beginne ich das Gespräch, und ernte eine überraschte Reaktion. „Ach, so eine Frage haben wir von der Heimaufsicht gar nicht erwartet.“

Unangemeldete Regelprüfungen sind passé

Seit der gesetzlichen Änderung 2016 kommen wir von der Beratungs- und Prüfbehörde (BP-LWTG), besser bekannt als Heimaufsicht, nicht mehr unangemeldet zur Regelprüfung. Jetzt vereinbaren wir mit der Leitung einen Beratungstermin. Früher war mein unangekündigter Besuch für alle Beteiligten eine echte Stresssituation. Die Einrichtungsleitung wurde von meinem Erscheinen total überrascht und aus ihrem geplanten Arbeitsalltag gerissen.

Zusammenarbeit auf Vertrauensbasis

Der neue Beratungsansatz setzt in erster Linie auf das Gespräch mit allen Beteiligten, um mögliche Vorgehensweisen und Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation gemeinsam zu entwickeln. Was letztendlich von den Ideen umgesetzt wird, entscheidet die Einrichtung in eigener Verantwortung. Wir von der Beratungs- und Prüfbehörde begleiten und unterstützen bei der Umsetzung, soweit das gewünscht ist. Uns liegt sehr viel an einem ehrlichen und wertschätzenden Umgang, und wir wünschen uns eine Zusammenarbeit, geprägt von gegenseitigem Vertrauen.

Der neue Schwerpunkt heißt „Beratung“

Unsere Doppelrolle als Berater und Prüfer ist nicht immer einfach, kann aber bei gegenseitigem Verständnis funktionieren. Der neue Schwerpunkt „Beratung“ beruht auf der Erkenntnis, Qualität nicht in ein Haus hineinprüfen zu können und zielt auf die Unterstützung der Qualitätsfähigkeit. Reicht die Beratung nicht aus, und haben wir berechtigte Zweifel an der Qualitätsfähigkeit, wird die Prüfung ausgeweitet und Maßnahmen nach dem Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) ergriffen. Mehr Beratung, weniger Prüfung – diese Devise hat sich nach meiner Erfahrung also bewährt.

Autorin: Martina Luig-Kaspari

Den vollständigen Erfahrungsbericht lesen Sie hier:

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