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Akademisierung in der Pflege

Karriereschub gefällig?

Ein Pflege-Studium in Rheinland-Pfalz bietet vielfältige Möglichkeiten. Und es werden stetig mehr. Durch neue, gestufte und durchlässige Bildungswege für Berufserfahrene und Einsteiger werden auch die Studienangebote noch attraktiver.

In Rheinland-Pfalz gibt es vier Hochschulstandorte mit pflegewissenschaftlichen Studiengängen: in Trier, Ludwigshafen, Vallendar und in Mainz. Bei der Auswahl des Studiums spielt die Nähe zum Wohn- und Arbeitsort eine wichtige Rolle. Doch es gibt wesentlich mehr zu bedenken: Denn je nach Hochschule unterscheiden sich Schwerpunkte, Profile, Aufbaumöglichkeiten und Zugangsvoraussetzungen erheblich. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, welches Studium das richtige für Sie ist.

Neu: Azubi-Studenten

Rheinland-Pfalz arbeitet eifrig an einem neuen Bildungsweg: der hochschulischen Pflegeausbildung. Grund ist eine Regelung des Pflegeberufegesetzes: Das Bundesgesetz berücksichtigt die generalistische Forderung, dass neue, gestufte und durchlässige Bildungswege benötigt werden, um die Pflege attraktiver zu machen. Dazu wurden bekanntermaßen die getrennten Ausbildungswege in der Pflege zu einer einheitlichen Ausbildung zusammengeführt. Was weniger bekannt ist: Bestandteil des Pflegeberufegesetzes ist auch die Einführung einer hochschulischen Ausbildung. Dieser zweite Zugangsweg soll zur unmittelbaren Tätigkeit der pflegerischen Versorgung von Menschen aller Altersstufen auf wissenschaftlicher Grundlage und Methodik befähigen. Entsprechende Angebote entstehen gerade oder starten bereits. Die Pflegeausbildungen an den Hochschulen in Trier und Ludwigshafen werden ausgebaut. Die bestehenden dualen Bachelor-Studiengänge werden an die Bestimmungen des Pflegeberufegesetzes angepasst.

Ein Überblick über alle Pflege-Studiengänge:

UNIVERSITÄT TRIER

Bachelor of Science Klinische Pflege

Die Universität Trier bietet die neue Pflegeausbildung bereits im kommenden Wintersemester an. Der Bachelorstudiengang ist primärqualifizierend, das heißt, er verbindet die universitäre Lehre mit Praxiseinsätzen in den Einrichtungen der Kooperationspartner. Das Studium erstreckt sich über sieben Semester und schließt mit dem Bachelor of Science und dem Abschluss als Pflegefachfrau/Pflegefachmann ab. Die generalistische Ausrichtung des

Studienprofils zielt auf die pflegerische Versorgung von Menschen mit komplexen Krankheitsverläufen aller Altersgruppen ab.
www.uni-trier.de/index.php?id=72276

Master of Science Interprofessionelle Gesundheitsversorgung

In der Aufbaustufe können Studierende einen von zwei Schwerpunkten vertiefen: „Advanced Nursing Practice (ANP)“ oder „Gesundheitsförderung:

Intervention und Forschung“. Das Studium kann berufsbegleitend absolviert werden.
www.uni-trier.de/index.php?id=68565

HOCHSCHULE LUDWIGSHAFEN AM RHEIN

Bachelorstudiengang Pflege (dual)

Der achtsemestrige Studiengang kombiniert das Hochschulstudium mit der dreijährigen Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie zur Altenpflege in einer Kooperationseinrichtung. Studierende werden darauf vorbereitet, theoriegeleitet und evidenzbasiert pflegerische Aufgaben in der Prävention und Gesundheitsförderung, der Beratung, der Rehabilitation und in der Palliation zu übernehmen. Bewerben können sich besonders qualifizierte Auszubildende. Für berufsqualifizierte Pflegende ist ein Einstieg unter bestimmten Bedingungen möglich.
www.hwg-lu.de/studium/bachelor/pflege-dual.html

Bachelor-Studiengang Pflegepädagogik

Wer sich vorstellen kann zu unterrichten, kann sich im sieben Semester dauernden Vollzeitstudiengang darauf vorbereiten. Er befähigt zu pädagogischen Tätigkeiten in gesundheits- und pflegebezogenen Arbeitsfeldern.
www.hwg-lu.de/studium/bachelor/pflegepaedagogik

PHILOSOPHISCH-THEOLOGISCHE HOCHSCHULE VALLENDAR (PTHV)

Bachelor Pflegeexpertise

Das Programm ist auf Pflegefachpersonen zugeschnitten,die auch weiterhin mit Patienten, Medizinern und Therapeuten in der Akut- und Langzeitpflege arbeiten möchten. Ziel ist, vertiefte Kompetenzen zur professionellen Fallarbeit zu erwerben. Das Studium wird berufsbegleitend über fünf Semester angeboten. Die Zulassung ist auch ohne Abitur möglich.
www.pthv.de/studium/pflegepflegewissenschaft/bachelor-pflegeexpertise/

Masterstudiengang Pflegewissenschaft

Der Aufbau-Lehrgang qualifiziert zu wissenschaftlicher Fundierung, zur Weiterentwicklung und zur kritischen Reflexion der Pflege und der Pflegewissenschaft. Er ist als Vollzeitstudium angelegt, aber auch in Teilzeit möglich.
www.pthv.de/studium/pflegepflegewissenschaft/master-pflegewissenschaft/

NEU: Community Health Nursing – Masterstudium für kommunale und primäre Gesundheitspflege

Der in diesem Wintersemester erstmals startende Masterstudiengang bereitet auf ein innovatives Berufsfeld vor: Absolventen können in der kommunalen und primären Gesundheitspflege als Community Health Nurse arbeiten. Studierende werden befähigt, in kommunalen Settings sozialraumbezogene Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention zu entwickeln. Handlungsfelder sind innovative primäre Gesundheitszentren, Kommunen, regionale oder zielgruppenspezifische Netzwerke, Kreisverwaltungen und der öffentliche Gesundheitsdienst.
www.pthv.de/studium/pflegepflegewissenschaft/master-chn/

Lehramt Pflege an Berufsbildenden Schulen

Auch die PTHV bildet Lehrende aus: in einem Vollzeitstudiengang in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau. Das Studium wird so organisiert, dass an beiden Hochschulstandorten, die etwa zehn Kilometer auseinander liegen, parallel studiert werden kann.
www.pthv.de/studium/pflegepflegewissenschaft/lehramt-pflege-bbs/

KATHOLISCHE HOCHSCHULE MAINZ:

In Mainz gibt es vier Studiengänge. Sie richten sich an Auszubildende und Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung in einem Gesundheitsfachberuf. Detaillierte Infos zu allen Studiengängen:
www.kh-mz.de/studium-und-lehre/fachbereich-gesundheit-und-pflege/

Bachelor of Science „Gesundheit und Pflege“

Wer das duale und interdisziplinär angelegte Studium durchläuft, erwirbt eine Berufsqualifikation und zugleich einen ersten akademischen Grad, den Bachelor of Science. Vermittelt werden wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsbezogene Qualifikationen. Studieninteressierte, die eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege an einer mit der KH Mainz kooperierenden Fachschule begonnen haben, können im Rahmen der zur Verfügung stehenden Studienplätze zugelassen werden. Auf den Bachelor-Studiengang bauen drei Master- Studiengänge auf:

Master of Arts „Gesundheits- und Pflegemanagement“

Studierende bereiten sich hier auf das Übernehmen von Leitungsaufgaben in höheren Führungsebenen vor. Inhaltlich geht es um das Entwickeln von Konzepten, wirtschaftliche Führung von Abteilungen, Qualitätsmanagement, Organisations- und Personalentwicklung sowie um Koordination und Steuerung innovativer Modelle der Gesundheitsversorgung.

Master of Arts „Gesundheits- und Pflegepädagogik“

Der Studiengang qualifiziert für Lehr- und Leitungsaufgaben an Schulen für Gesundheitsfachberufe und die entsprechenden Fachgebiete an berufsbildenden Schulen, außerdem für Tätigkeiten in der Fort- und Weiterbildung und in der Beratung. Inhaltlich baut der Master auf den im Bachelor erworbenen Kompetenzen auf, führt sie weiter und erschließt weitere Schwerpunkte der Bildungswissenschaften.

Master of Science „Klinische Expertise“

Der interdisziplinäre Studiengang richtet sich an die Berufsgruppen Hebammenwesen, Logopädie, Physiotherapie und Pflege (Schwerpunkt Psychiatrische Pflege). Für die Berufsgruppe der Pflege steht die Versorgung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen im Fokus. Es werden Kompetenzen zur verantwortlichen Fallführung und Steuerung, zur Entwicklung und Evaluation neuer therapeutischer Interventionen sowie zur Prävention und Förderung der seelischen Gesundheit vermittelt.

https://epaper.pflegemagazin-rlp.de/PFL_2020_Ausgabe_21_DS.pdf

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