Ordensschwester im Habit
Foto: Helena Melikov

Kolumne

Karbolmäuschen war gestern!

"Stehen Sie für Ihre Belange ein!" fordert unsere Kolumnistin Anna Bertha Königsegg (1883-1948) alias Matthias Prehm Pflegefachpersonen von heute auf.

In der Kolumne entpuppt sich Anna Bertha Königsegg alias Matthias Prehm zudem als Fürsprecherin einer familienfreundlicheren Arbeitswelt. Aber - wer war diese außergewöhnliche Frau?

Geboren als Tochter einer adligen Familie im Württembergischen Königswaldegg, fasste Anna Bertha bereits in ihrer Jugend den Entschluss, sich den Vinzentinerinnen anzuschließen. Mit 18 Jahren ging sie ins Pariser Stammhaus des Ordens, wo sie Krankenpflege lernte. Nach Stationen in Siena und Turin baute sie als Visitatorin (Provinzoberin) eine Krankenpflegeschule in Salzburg auf. Während des Nationalsozialismus setzte sie sich mutig gegen Euthanasie und Rassenhygiene ein - und riskierte damit ihr Leben. Wiederholt untersagte sie den Ordensschwestern der Versorgungsanstalt auf Schloss Schernberg bei Schwarzach, beim Abtransport von Bewohnern mit psychischen Erkrankungen und geistiger Behinderung zu kooperieren. Dafür musste sie zweimal ins Gefängnis, zuerst für zehn Tage und dann für elf Monate. Als die Nationalsozialisten unter Androhung des Konzentrationslagers von ihr verlangten, aus dem Orden auszutreten, weigerte sie sich erfolgreich.

Autor: Matthias Prehm

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