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Immer mehr Pflegefachpersonen entscheiden sich für ein berufsbegleitendes Studium. Doch eine Akademisierungsquote von zehn bis 20 Prozent ist auf diesem Wege kaum zu erreichen. Deshalb ist es gut, dass es jetzt attraktiver wird, primarqualifizierend Pflege zu studieren.
Foto: Illustration: Maren Schlenker
Immer mehr Pflegefachpersonen entscheiden sich für ein berufsbegleitendes Studium. Doch eine Akademisierungsquote von zehn bis 20 Prozent ist auf diesem Wege kaum zu erreichen. Deshalb ist es gut, dass es jetzt attraktiver wird, primarqualifizierend Pflege zu studieren.

Pflegestudiumstärkungsgesetz (PflStudStG)

Grundständiges Pflegestudium wird jetzt vergütet

Bisher haben sich Schulabgänger mit Interesse am Pflegeberuf fast immer für die Ausbildung entschieden und nur selten für das Bachelor-Studium. Das könnte sich mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz ändern.

Pflege grundständig studieren – das klingt eigentlich attraktiv. Doch die Bachelor-Studiengänge Pflege sind bisher nach Schätzungen von Experten nur zur Hälfte besetzt. Vermutlich nicht aus mangelndem Interesse, sondern aus handfesten Gründen: Wer grundständig (primärqualifizierend) Pflege studiert hat, brauchte großzügige finanzielle Unterstützung. Denn die Praxiseinsätze sind nicht vergütet worden. Es war auch kaum daran zu denken, nebenher Geld zu verdienen, weil das Pflegestudium mit seinen Theorie- und Praxisblöcken nicht weniger Zeit und Engagement fordert als die Ausbildung.

Vergütung so hoch wie die Ausbildungsvergütung

Doch ab 2024 erhalten die Studierenden für die gesamte Dauer ihres Studiums eine Vergütung. Dafür sorgt das Pflegestudiumstärkungsgesetz (PflStudStG), das ab 2024 in Kraft tritt. Auch diejenigen, die jetzt schon grundständig Pflege studieren, erhalten bis zum Abschluss ihres Studiums eine Vergütung. Dafür sorgt eine Übergangsregelung im Gesetz. Die Vergütung der Studierenden wird ähnlich hoch sein wie die Ausbildungsvergütung, augenblicklich spricht man von ca. 1.200 Euro. Die Vergütung von Studierenden und Auszubildenden werden jeweils durch die Ausgleichsfonds der Länder finanziert.

Ideal: Akademisierungsquote von 10 bis 20 Prozent

Das Gesetz, so die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, ist längst überfällig: Schon 2012 hat der Wissenschaftsrat, der Bund und Länder berät, für den Pflegeberuf eine Akademisierungsquote von zehn bis 20 Prozent empfohlen. Doch Deutschland liegt weit darunter. Einrichtungen mit einer Quote von drei Prozent gelten hierzulande schon als außergewöhnlich. „Jetzt müssen nur noch viel mehr Einrichtungen Konzepte für die Integration von akademisierten Pflegefachpersonen entwickeln – dann haben wir eine reelle Chance, uns über die kommenden Jahre der empfohlenen Quote anzunähern“, sagt Kammerpräsident Dr. Markus Mai.

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