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Gesund im Mund?

Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen haben künftig einen verbindlichen Rechtsanspruch auf zusätzliche zahnärztliche Vorsorgemaßnahmen. Was sich seit Oktober 2017 geändert hat, erfahren Sie hier?

Pflegebedürftige ältere Menschen haben mehr Karies, weniger eigene Zähne und häufiger Zahnfleischbluten als nicht-pflegebedürftige Angehörige ihrer Altersgruppe. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Mundgesundheitsstudie im Auftrag der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Außerdem ist jeder zweite Pflegebedürftige zwischen 75 und 100 Jahren zahnlos, bei Senioren ohne Pflegestufe sind es nur rund ein Drittel. Ursachen dafür sind seltenere kontrollorientierte Zahnarztbesuche und der erhöhte Unterstützungsbedarf bei der Mundhygiene.

Rechtsanspruch

Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen haben seit Oktober 2017 sogar einen verbindlichen Rechtsanspruch auf zusätzliche zahnärztliche Vorsorgemaßnahmen, die von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert werden. Mit den neuen Leistungen besteht Anspruch auf zusätzliche präventive Betreuung durch Zahnärztinnen und Zahnärzte, die entweder in der Zahnarztpraxis oder im Rahmen der aufsuchenden Betreuung in der Pflegeeinrichtung beziehungsweise der eigenen Wohnung angeboten wird. Diese umfasst insbesondere die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, die Erstellung eines Planes zur individuellen Mund- und Prothesenpflege, die Aufklärung über die Bedeutung der Mundhygiene und über Maßnahmen zu deren Erhalt sowie die Entfernung harter Zahnbeläge. Pflege- oder Unterstützungspersonen sollen zudem in die Aufklärung und die Erstellung des Pflegeplans einbezogen werden. Die Kosten dafür werden von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Autor: Prof. Dr. Dietmar Oesterreich

3000662 Mundhygiene

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