Vater spielt mit kleinem Kind auf dem Bett liegend
Foto: ©and.one

Geschlechtergerechtigkeit

Gendersensibel? Das geht auch im Gesundheitsbereich

Für eine geschlechtsspezifische Gesundheitsversorgung und familienfreundliche Strukturen. Forderungen des Instituts für GenderGesundheit in Berlin.

Das Institut für GenderGesundheit in Berlin hat in einem Forderungskatalog notwendige Empfehlungen für eine genderspezifische Gesundheitsversorgung vorgelegt, der auch konkrete Maßnahmen für die Pflege beinhaltet. Darin fordert das Institut unter anderem Versorgungseinrichtungen auf, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Möglich seien Modelle, wie das der LWL-Klinik Münster oder der Unfallklinik Murnau. „Deren klinikeigene Kinderbetreuung ist speziell auf den Schichtdienst vieler Beschäftigter abgestimmt", sagt Dr. Martina Kloepfer, Vorsitzende des Instituts. Gäbe es derartige Betreuungsmöglichkeiten flächendeckend, käme das freilich nicht nur weiblichen Pflegenden zugute. Denn inzwischen teilen die Elternteile und Geschlechter die Sorgearbeit zunehmend untereinander auf, sodass die Vereinbarkeitsmodelle auch für Männer an Relevanz gewinnen. Ohne diese Modelle würde bald auch unter männlichen Pflegefachpersonen die Quote der Berufsaussteiger ansteigen, so Kloepfer.

Qualitätsberichte schaffen Transparenz

Der Spagat zwischen Familie und Beruf ist ein wichtiger Punkt – aber nicht der einzige. Auch Fort- und Weiterbildungen sollten so ablaufen, dass sie familiäre Verpflichtungen berücksichtigen. Ein weiteres Thema, bei dem das Institut für GenderGesundheit Mängel identifiziert hat, sind Ausschreibungen im Innovationsfonds: 2016 war dort kein einziges Projekt aufgeführt, das die genderspezifische pflegerisch-medizinische Versorgung in den Fokus rückt. Hier sieht das In¬stitut dringenden Handlungsbedarf. Um die Maßnahmen transparent und vergleichbar zu machen, müssten sowohl die Selbstverwaltungsgremien der gesetzlichen Krankenversicherungen als auch die Pflegeeinrichtungen in Qualitätsberichten fortlaufend darüber informieren, wie es um die Geschlechtergerechtigkeit in der Branche steht. Denn nur so werden gendergerechte Pflegearbeit und Arbeitsbedingungen auch offiziell zu Qualitätsmerkmalen von Pflegeeinrichtungen.

Autorin: Valerie-Siba Rousparast

Den Artikel in voller Länge lesen Sie im Kammermagazin interaktiv.

Den Forderungskatalog des Instituts für GenderGesundheit können Sie hier herunterladen.

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