Kolumne

Gemeinsam stark

Krankenpfleger und Humorist Matthias Prehm schlüpft in der Kolumne der aktuellen Ausgabe in die Rolle von Ricarda Klein. Was würde sie wohl den Pflegenden heute raten?

Sie war eine der Vorreiterinnen für die Eigenständigkeit der Pflege: für pflegewissenschaftliche Institute, für die Akademisierung und für eine Zusammenführung der Professionen in der Klinik.

1944 in Thüringen geboren, absolvierte Ricarda Klein nach ihrem Examen eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung in Potsdam. Im Kofferraum eines afrikanischen Diplomaten flüchtete sie 1972 über den Checkpoint Charly in den Westen.

Als sie 1978 Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Göttingen wurde, begann sie sich für Berufspolitik zu interessieren. 1985 gründete sie den Verband der Pflegedirektorinnen der Universitätskliniken (VPU), dessen Vorsitzende sie bis 2009 war. 14 Jahre war sie außerdem ehrenamtliche Präsidentin der European Nurse Directors Association (ENDA), sie arbeitete eng mit dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) und dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) zusammen. Von 1990 bis 2009 war sie Pflegedirektorin im Universitätsklinikum Hamburg (UKE) und stellte viele grundlegenden eichen für die Entwicklung der Pflege. Bis zu ihrem plötzlichen Tod im November 2011 war sie Vizepräsidentin des deutschen Pflegerates.

Durch dieses unermüdliche Engagement erreichte sie, dass bis heute die Pflege einen wichtigen Weg zur Eigenständigkeit eingeschlagen hat. Für ihren Einfluss auf die nationalen und internationalen Entwicklungen der Pflege erhielt Ricarda Klein im Februar 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Autor: Matthias Prehm

Illustration: Helena Melikov

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