Foto: Helios Universitätsklinikum Wuppertal

Atmosphäre auf ITS

Farben sind gut für Mitarbeiter und Intensivpatienten

Eine Studie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal belegt: Warme Farb- und Lichtgestaltung auf Intensivstationen steigert das Wohlbefinden und senkt den Medikamentenverbrauch.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der tristen Klinikumgebung und steigenden Delir-Raten in der Intensivmedizin? Und wenn ja: Kann die Atmosphäre auf Station das Delir- Risiko mindern? Um dies herauszufinden und empirisch zu belegen, startete das Helios Universitätsklinikum gemeinsam mit der Fakultät für Design und Kunst der Universität Wuppertal im Oktober 2017 das zweijährige Forschungsprojekt „Farbe und Gesundheit“.

Delir durch triste Umgebung?

Die Studie brachte frische Farbe auf die Intermediate Care Station sowie die Operative und die Konservative Intensivstation der Klinik: Wände, Decken und Türen erhielten einen bunten Anstrich. Außerdem wurden sämtliche Neon-Leuchtmittel durch LED-Lampen ersetzt, die Raumfarben relativ natürlich erscheinen lassen. Mit signifikantem Ergebnis: „Die Zufriedenheit der Patienten mit den Räumlichkeiten wurde durch die neue Farb- und Lichtgestaltung um ein Drittel gesteigert“, so Prof. Dr. Axel Buether, der die Studie seitens der Universität Wuppertal begleitete.

Auch die Zufriedenheit mit der pflegerischen Betreuung stieg um 28,6 Prozent an. Die Zahlen basieren auf einer Befragung von 22 Patienten vor- und 25 Patienten nach dem Umbau. Der Vorher-Nachher-Vergleich ist nur bedingt repräsentativ, da lediglich Patienten bei Bewusstsein befragt werden konnten, zeigt aber den Verfassern der Studie zufolge eine eindeutige Tendenz.

Identifikation mit dem Arbeitsplatz steigt

Das medizinische und pflegerische Personal beurteilte die Raumqualität der Patientenzimmer um rund 40 Prozent besser als vor den Renovierungsarbeiten. Außerdem steigerte das Projekt die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz um 12 Prozent sowie die Identifikation mit dem Arbeitgeber um rund 30 Prozent. Das ergab eine Befragung von 63 Mitarbeitern vorund 33 Mitarbeitern nach der Umsetzung des neuen Farb- und Lichtkonzepts. Diese ist laut den Verfassern repräsentativ, da das Personal nahezu vollständig befragt wurde.

Medikamentenverbrauch gesenkt

Ein weiteres Ziel der Studie war es, die Wirkung von Farbe und Licht auf den Medikamentenverbrauch zu untersuchen. Dafür ermittelten die Forscher den Verbrauch an Benzodiazepinen und Neuroleptika über einen Zeitraum von jeweils neun Monaten vor- und nach der Umgestaltung. Fazit: Bei den Benzodiazepinen stellten sie keine signifikanten Veränderungen fest, dafür sank der Verbrauch der Neuroleptika deutlich.

Den vollständigen Artikel sowie weitere Informationen zum Farb- und Lichtkonzept der Intensivstationen des Helios Universitätsklinikums Wuppertal lesen Sie in unserer digitalen Ausgabe des Pflegekammermagazins RLP.

Autorin: Kati Borngräber

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