Foto: monkik / Noun Project

Qualifizierung in RLP

Fachkräfteinitiative Pflege 2.0

Das ist nahezu einmalig: In einem Bundesland ziehen alle Akteure an einem Strang, um ausreichend Fachpersonen für die Pflege zu sichern.

Die Fachkräfte- und Qualifizierungsinitiative Pflege (FQI) geht in die zweite Runde – weil die FQI 1.0 ein solcher Erfolg war, wie die Akteure der Initiative resümieren. „Wurde im ‚Gutachten Gesundheitsfachberufe 2011‘ noch für das Jahr 2015 eine Fachkraftlücke von 5.367 Pflegefachpersonen prognostiziert, konnte im ‚Branchenmonitoring 2015‘ ein Fachkräfteengpass von nur noch 1.912 Pflegefachpersonen festgestellt werden.“ Das Ergebnis sei zwar noch immer nicht zufriedenstellend. „Doch konnte die prognostizierte Lücke auch mittels der FQI 1.0 um 65 Prozent reduziert werden“, so die FQI 2.0 in der Einleitung zu ihrer aktuellen Vereinbarung.

47 Akteure ziehen an einem Strang

Die Vereinbarung knüpft dabei auch an das gerade in Kraft getretene Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) an: Die im Rahmen des PpSG ab 2019 zusätzlich geförderten 641,5 Pflegestellen in Rheinland-Pfalz seien im Zusammenhang mit der FQI 2.0 ein wichtiger Schritt.

Beeindruckend an der FQI 2.0 ist die große Anzahl der Akteure von 47. Nur wenige können hier aus Platzgründen genannt werden:

• Vier Ministerien (Bildungs-, Familien, Gesundheits- und Wissenschaftsministerium)

• Hochschulen und Universitäten (Katholische Hochschule Mainz, Hochschule Ludwigshafen am Rhein, Universität Trier, Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar)

• Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz für diverse Verbände (Caritas, Diakonie, DRK-Landesverband, Arbeiterwohlfahrt, Paritätischer Landesverband, Bundesverband privater Anbieter und sozialer Dienste (bpa)

• Krankenkassen (AOK, IKK, BKK, Verband der privaten Krankenversicherung, Verband der Ersatzkassen)

• LandespflegekammerRheinland-Pfalz

Die Landespflegekammer, erstmals dabei, ist ausdrücklich aufgefordert, ihre Mitglieder zu informieren und selbst eigene Aktionen auf die Beine zu stellen. So heißt es in der Verein­barung zum Handlungsfeld „Zukunftsorientierte Formen von Ausbildung, Studium und Weiterbildung“: „Die Landespflegekammer informiert und sensibilisiert kontinuierlich ihre Mitglieder, inklusive der Auszubildenden, hinsichtlich der Problematik von Ausbildungsabbrüchen sowie frühzeitigen Berufsausstiegen und unterstützt gemeinsame Anstrengungen mit gezielten Maßnahmen.“

Die Pflegekammer ist auch in allen weiteren Handlungsfeldern gefragt:

• Weiterentwicklung und Rahmenbedingungen der Pflegeberufe

• Attraktive Beschäftigungsbedingungen

• Integration ausländischer Pflegefachpersonen

• Öffentlichkeitsarbeit

Autorin: Kirsten Gaede

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