Foto: LPflK

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Extremwetter hat Auswirkungen auf die Pflege

Klima- und Umweltschutz in der Pflege geht jeden an: Patienten und Bewohner ebenso wie Pflegekräfte und Arbeitgeber, denn die Veränderung des Klimas hat direkte Auswirkungen auf die gesundheitliche Situation von Pflegefachpersonen, sagt Hans-Josef Börsch, Vorstandsmitglied der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

"Vielleicht fragen Sie sich: „Muss sich die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz jetzt auch noch mit Umwelt-, Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen? Gibt es keine wichtigeren Themen? Die Antwort lautet: Es gibt möglicherweise wichtigere Aufgaben, aber das Schonen von Ressourcen hat auf allen Ebenen eine sehr hohe Priorität. Nachhaltigkeit bedeutet unter anderem, dass wir die Auswirkungen bedenken und unser Handeln hinterfragen müssen. Und an diesem Punkt sind Klima und Umweltschutz sehr wohl Fragen, mit denen wir uns beschäftigen.

Anstrengende Situationen für Pflegefachpersonen

Wenn beispielsweise – wie im Sommer 2019 – in Rheinland-Pfalz mehrfach Höchsttemperaturen von über 40 Grad gemessen werden, dann ist es schlicht nicht mehr möglich, Pflegebedürftige in extrem aufgeheizten und ohnehin unterbesetzten Stationen im Laufschritt zu versorgen. Für viele Pflegekräfte waren diese Situationen so anstrengend, dass sie laut Aussage eines Betroffenen „reihenweise umgekippt“ sind. Und dass Aufenthalte von Bewohnern und Patienten in nicht klimatisierten Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen bei solchen Temperaturen zur Tortur werden, steht außer Frage.

Klimaveränderung hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit

Die Veränderung des Klimas hat also direkte Auswirkungen auf die gesundheitliche Situation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ist damit sehr wohl eine Thematik, mit der sich die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz befassen muss. Zumal das deutsche Gesundheitswesen gleichzeitig Mitverursacher des Problems ist: Laut einer Erhebung des statistischen Bundesamts produziert eine Klinik am Tag etwa sieben bis acht Tonnen Abfall, und rein statistisch verbraucht ein Klinikbett jährlich so viel

Energie wie vier Einfamilienhäuser.

Klima- und Umweltschutz in der Pflege geht also jeden an: Patienten und Bewohner ebenso wie Pflegekräfte und Arbeitgeber."

Bei diesem Text handelt es sich um einen Meinungsbeitrag, den Hans-Josef Börsch, Vorstandsmitglied der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, im März 2020 verfasst hat.

Das könnte Sie auch interessieren...