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Foto: Quelle: Afif Kusuma / unsplash.com

Massentraumatisierung

Der Covid-19-Effekt

Die langfristigen Folgen für die mentale Gesundheit beruflich Pflegender infolge der Corona-Pandemie sind in Gesellschaft und Politik noch nicht angekommen.

Längst ist klar, dass ein „Augen-zu-und-durch“ keine Lösung für den Dauerausnahmezustand sein kann. Internationale Studien* weisen da-rauf hin, dass der sogenannte Covid-19-Effekt die Berufsgruppe der Pflegenden nachhaltig erschüttern wird. Der International Council of Nurses (ICN) bezeichnet dieses Phänomen als „Massentraumatisierung“ des globalen Pflegepersonals. Bislang mussten die Pflegenden in Deutschland im Hinblick auf Rahmenbedingungen und Todeszahlen nicht die dramatischen Ausmaße erleben wie Kollegen in anderen Ländern. Doch auch hierzulande sind Mitarbeitende in Kliniken und Pflegeeinrichtungen mit traumatischen Situationen und Ereignissen konfrontiert. Das Gefühl, durch den eigenen Beruf möglicherweise selbst existenziell bedroht zu sein, eine Gefahr für das private Umfeld darzustellen, die Verantwortung korrekten Hygieneverhaltens ganz konkret zu erleben oder die Erfahrung einer „Arbeitsquarantäne“ zu machen – wer hatte das bei seiner Entscheidung für den Pflegeberuf schon im Blick?

Strategien für die Post-Pandemie

Daher brauchen wir Ansätze, die professionelles Handeln unter guten Bedingungen sicherstellen. Außerdem brauchen wir einen nachhaltigen Erholungsplan für erschöpfte Pflegende, der sie nach der Krise in die Post-Pandemie-Normalität begleitet. Berufs- wie gesellschaftspolitisch ergibt sich hieraus ein großer Auftrag. Konkrete Maßnahmen und eine zugehörige Studienlage, werden in Deutschland bisher viel zu wenig beachtet und vorangebracht.

Die Autorin Gabriele Kielburger arbeitet als Referentin (RN MSc) in der Stiftung kreuznacher diakonie.

Info: Covid-19-Effekt

Anfang 2021 machte der Internationale Rat der Pflegekräfte (ICN) auf Forschungsergebnisse aufmerksam, die psychische Gesundheitsprobleme und physiologische Auswirkungen auf Pflegekräfte als Folge der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie aufzeigen. Ursachen sind komplexe und vielfältige psychische Belastungen wie unzureichende Schutzkleidung, Angst, das Virus zu verbreiten, hohe Arbeitsbelastung, die Zunahme von Gewalt und Diskriminierung von Pflegekräften sowie posttraumatische Belastungssymptome. Der ICN bezeichnete dieses Phänomen als „Massentraumatisierung“ und forderte die Regierungen zum Handeln auf.

Mit der Frage „ … und wie geht’s dir?“ macht die Stiftung kreuznacher diakonie aktuell auf lokale und nationale Hilfe-Angebote für Pflegende und andere Mitarbeitende ihrer Gesundheitsdienste aufmerksam.

Lesen mehr über die Arbeit der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz in der Ausgabe #23 des Kammermagazins.

* Shreffler et al. (2020); Sampaio et al. (2020); Schutz & Shattell (2020); ICN 2020; Sun et al. (2020).

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