DemStepCare

DemStepCare: Ein Projekt, das Angehörige unterstützt

Viele Pflegefachpersonen erleben, wie Angehörige von Menschen mit Demenz belastet, manchmal sogar überfordert und verzweifelt sind. Ein Grund ist oft eine fehlende umfassende Beratung. Mit dem innovativen Projekt DemStepCare lässt sich entgegenwirken.

Was das Projekt DemStepCare so besonders macht: Hier versorgen Case Manager – das können Pflegefachpersonen mit Zusatzqualifiakation oder Sozialarbeiter sein – Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu Hause. Sie

behandeln den Patienten in seinem häuslichen Umfeld, schätzen ein, welche Risiken aktuell bestehen (wie etwa Hinlauftendenz oder eine zu geringe Nahrungsaufnahme) und beraten auch die Angehörigen, wenn es beispielsweise um Hilfen bei herausforderndem Verhalten oder nächtlicher Unruhe geht. Außerdem bietet das Team von DemStepCare einmal monatlich eine Angehörigengruppe an.

Bei diesen Treffen schulen die Projektmitarbeiter die Angehörigen in sechs Themengebieten:

• Modul 1 Rechtliche und finanzielle Aspekte

• Modul 2 Informationen zum Krankheitsbild Demenz

• Modul 3 Herausforderndes Verhalten und Problemlösekompetenz

• Modul 4 Resilienz und Selbstfürsorge

• Modul 5 Wertschätzendes Miteinander

• Modul 6 Sturzprävention im häuslichen Umfeld

„Wenn ein Teilnehmer alle sechs Module besucht hat, bekommt er zum Schluss ein kleines Präsent und einen ,Demenzführerschein‘ überreicht“, sagt Corinna Salbach, Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Psychiatrie. Die Pflegeexpertin für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Demenz arbeitet in der Krisenambulanz des Projekts. Diese Ambulanz übernimmt kurzfristig und im Krisenfall die Behandlung – was ebenfalls dafür sorgt, dass sich pflegende Angehörige sicherer und weniger belastet fühlen. Eine Versorgung durch DemStepCare erhalten Patienten, wenn einer der am Projekt teilnehmenden Hausärzte bei ihnen eine Demenz diagnostiziert und sie sich bei ihm ins Projekt einschreiben lassen. Dies ist noch bis zum 31. März 2021 möglich.

Die teilnehmenden Ärzte praktizieren größtenteils außerhalb der Ballungsräume, weil es bei diesem Innovationsfondsprojekt darum geht, die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern. Gefördert wird DemStepCare durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die Projektleitung von DemStepCare liegt beim Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA), welches zum Landeskrankenhaus (AöR) in Andernach gehört. Das Projekt wird wissenschaftlich von der Universitätsmedizin Mainz und dem Universitätsklinikum Freiburg begleitet. Die pflegewissenschaftliche Evaluation übernimmt das LWL Klinikum Gütersloh. Konsortialpartner sind unter anderem die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, die DAK Gesundheit, der BKK Landesverband Mitte, die Medi Verbund Südwest GmbH und die Techniker Krankenkasse.

Ansprechpartnerin für Patienten und Angehörige, die an einer Teilnahme interessiert sind:

Projektkoordinatorin Teresa Weber
Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA)
Telefon: 06131.37 83 - 101
E-Mail: t.weber@zpga.landeskrankenhaus.de

https://epaper.pflegemagazin-rlp.de/PFL_2020_Ausgabe_21_DS.pdf

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