Foto: Mathilde Schliebe

Parteien auf dem Prüfstand

Bitte Antworten statt Worthülsen

Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen werden? Vielleicht erleichtert Ihnen unser pflegezentrierter Blick in die Programme der großen Parteien die Entscheidung.

Ein Blick in die Wahlprogramme der großen Parteien ist ernüchternd – für diejenigen, die konkret nach pflegepolitischen Themen suchen. Trotzdem lohnt eben jene Suche in den Wahlprogrammen von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, weil einzelne Parteien doch Aussagen zu diesen Themen getroffen haben. Welche Partei sich im Falle einer Regierungsbeteiligung für professionell Pflegende laut Wahlprogramm einsetzen wird, haben wir für Sie auf den folgenden Seiten zusammengefasst.

Wahlprüfsteine zur Orientierung

Unabhängig von den Bestrebungen der Parteien hat die Pflegekammer Rheinland-Pfalz ganz klar ihre Position zu notwendigen politischen Pflegethemen artikuliert. Daraus sind sechs sogenannte Wahlprüfsteine entstanden. Sechs Punkte, die aus Sicht der Landespflegekammer die wichtigsten und drängendsten Themen beinhalten, die in der nächsten Legislaturperiode nicht nur angegangen werden müssen, sondern die nachhaltig gelöst werden sollen.

Die Forderungen der Landepflegekammer wurden den großen Parteien zugesendet, verbunden mit der Frage, in welcher Form sie diese Forderungen im Falle einer Regierungsbeteiligung umsetzen würden. Die Antworten der Parteien, die dieser Aufforderung gefolgt sind, können Sie auf der Internetseite der Landespflegekammer nachlesen. Denn im Wahlkampf findet Pflege nicht statt! Das muss dringend anders werden. Deshalb hat Kammerpräsident Dr. Markus Mai die Bundesvorsitzenden der Parteien angeschrieben, um das Desinteresse an Pflegenden und der Pflege anzuprangern. Dieses Desinteresse muss ein Ende haben. Die Mahnbriefe finden Sie ebenfalls hier: Landespflegekammer

Eine moderne Pflege für die Zukunft sichern

Sich als Wahlberechtigte/r die Frage zu stellen, welche Partei pflegepolitische Veränderungen bewirken möchte, ist auch deshalb so wichtig, weil es nicht nur um die Probleme im Hier und Jetzt geht. Es gilt auch, für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Eine Zukunft, in der Digitalisierung kein Prozess, sondern Realität sein wird und die Diversität des Pflegeberufs in eine Neuformulierung und Neustrukturierung der Kompetenzen der Versorgung von Pflegeempfängern führt. Die Zukunft hält also viele Herausforderungen parat, und eine moderne Pflegelandschaft kann nur dann gestaltet werden, wenn die Probleme von heute gelöst sind!

Autor: Uwe Lötzerich

Illustration: Mathilde Schliebe

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