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Sommerhitze

5 Tipps für extreme Hitzeperioden

Bei über 30 Grad fühlen sich viele Menschen nicht mehr wohl. Der Grund: Die Kerntemperatur in Organen und Gehirn beträgt bis zu 37,5 Grad. Bei dieser Temperatur funktionieren alle biochemischen Abläufe optimal. Steigt die Außentemperatur, versucht der Körper alles, um die Kerntemperatur zu halten: 5 Tipps für Phasen extremer Hitzeperioden.

1. BEWOHNER UND ALTE PATIENTEN INTENSIV BEOBACHTEN

Krankenbeobachtung wird für Pflegefachpersonen bei extremer Hitze noch einmal besonders wichtig. Gerade ältere und multimorbide Patienten und Bewohner brauchen viel Aufmerksamkeit, denn sie leiden besonders unter längeren Hitzeperioden: Sie dehydrieren sehr leicht, chronische Herz- und Lungenerkrankungen verschlimmern sich, das Risiko etwa für einen Schlaganfall steigt. Erschwerend kommt hinzu, dass alte Menschen häufig ein geringeres Durstempfinden haben.

2. HITZE KANN NÄCHTLICHES DELIR AUSLÖSEN

Außerdem kann die Hitze des Tages wie auch die fehlende nächtliche Abkühlung massive Schlafstörungen und Delire hervorrufen. Sobald Pflegefachkräfte in Altenpflegeeinrichtungen beobachten, dass sich der Gesundheitszustand eines Bewohners verschlechtert, sollten sie den Hausarzt informieren und abklären, ob etwa eine Infusion angezeigt ist.

3. MEDIKAMENTE KÖNNEN SICH VERÄNDERN

Anhaltend hohe Temperaturen beeinflussen auch die Medikation. Wird die zulässige Lagertemperatur überschritten, kann sich die Wirksamkeit der Medikamente verändern. Sind Patienten zudem aufgrund der Hitze dehydriert, beeinflusst das auch die Wirkung der verabreichten Medikamente.

4. HITZE BELASTET AUCH DAS PERSONAL

Bei außergewöhnlichen Hitzeperioden können kostenfreie Getränke und längere Pausen dazu beitragen, die gesundheitlichen Belastungen für die Beschäftigten zu reduzieren. Wichtig ist auch, Personal in die Wohnbereiche oder auf die Stationen zu verlagern, die am stärksten belastet sind. Ausgedehnte Operationen sollten – wenn möglich – verschoben werden, um die hitzebedingten Belastungen sowie die deutlich erhöhten Wundinfektionsrisiken zu minimieren.

5. EINRICHTUNGEN BENÖTIGEN MEHR VORBEREITUNG

Für Klinik- und Heimbetreiber empfiehlt sich, bei Neubauten klimatische Faktoren wie Lage, räumliche Ausrichtung und Begrünung stärker als bislang zu berücksichtigen. In Bestandsgebäuden kann – je nach Situation – das Anbringen von Jalousien, die natürliche Beschattung durch Bewuchs oder die nachträgliche Installation von Klimatisierungs- und Lüftungseinrichtungen sinnvoll sein.

Autor: Dr. Thomas Luiz, Oberarzt im Westpfalz-Klinikum (Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie)

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