Foto: Julia Bernhard

Bettlägerige Patienten

5 Tipps für die Spitzfuß-Prophylaxe

Ein Spitzfuß ist nur mit einer OP behandelbar. Eine gründliche Prophylaxe ist deshalb das A&O bei bettlägerigen Patienten.

Längere Bettlägerigkeit, etwa nach einem Schlaganfall, zieht eine Reihe von Problemen nach sich. So kann sich etwa innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen ein Spitzfuß entwickeln, die häufigste Kontraktur bei Bettlägerigkeit. Leider bleibt er im Anfangsstadium oft unbemerkt.

Im Anfangsstadium bleibt der Spitzfuß häufig unbemerkt

Allein der anhaltende Druck der Bettdecke, die Immobilität und eventuelle Lähmungen genügen, den Fuß der betroffenen Person in eine pathologische Streckung zu drücken. Dabei versteift sich das obere Sprunggelenk während sich gleichzeitig die Unterschenkelmuskulatur und die Achillessehne verkürzen. Ein normales Gehen wird später so nicht mehr möglich sein: Der Patient kann den Fuß nicht mehr abrollen. Hinzu kommt: Die Gelenkversteifungen bedeuten auch immer Schmerzen für den Patienten!

Tipps für die Spitzfußprophylaxe

Das Fatale: Die Umkehrung dieses Geschehens ist oft gar nicht oder nur mit viel physiotherapeutischem Aufwand oder – als letzte Möglichkeit einer aufwendigen Operation möglich. Umso mehr kommt es darauf an, Patienten mit längerfristiger Immobilität vorbeugend zu behandeln. Die Ziele der Spitzfußprophylaxe sind somit:

  • Mobilität des Bewohners erhalten

  • Schmerzen vermeiden

Sowohl Physiotherapeuten als auch Pflegekräfte sind gefragt

Neben einer physiotherapeutischen Versorgung können Sie als Pflegende in der täglichen Versorgung viel dazu beitragen, diese Kontraktur zu vermeiden. Versuchen Sie so oft wie möglich, mobilisierende Maßnahmen in den Pflegealltag zu integrieren:

1. Tipp: Mögliche Eigenbewegung fordern und fördern

Fördern Sie aktive Bewegungen der Betroffenen. Machen Sie mit dem Betroffenen Bewegungsübungen und Gymnastik – etwa Bewegen der Zehen und des Fußgelenks, Aufstellen der Beine, Anheben der Beine, zielgerichtetes Treten nach Gegenständen, Abrollen der Füße über Massagerollen et cetera.

2. Tipp: Unterstützen Sie den Patienten beim Sitzen

Ermöglichen Sie das unterstützte Sitzen, bei dem der Patient oder Bewohner vorzugsweise auf einem Stuhl mit Lehne sitzt und die Füße mit der ganzen Fußsohle im 90-Grad-Winkel auf dem Boden stehen. Ermuntern Sie ihn auch hier zu Bewegungsübungen der Füße und Beine und unterstützen Sie ihn dabei.

3. Tipp: Achten Sie auf gleichmäßigen Auflagendruck

Bewegen Sie den Patienten oder Bewohner passiv, nutzen Sie Lagerungshilfen wie Fußstützen oder Lagerungskissen, um die Füße im rechten Winkel zu den Unterschenkeln zu positionieren. Beachten Sie, dass auch hier die ganze Fußsohle aufliegt und der Auflagendruck gleichmäßig auf die weiche Lagerungshilfe verteilt ist.

4. Tipp: Setzen Sie auf physiologische Bewegungen und basale Stimulation

Beim Waschen eines immobilen Patienten lohnt es sich, auf schonende Arbeitsabläufe und physiologische Bewegungsmuster zu achten. Ergänzen Sie diese Pflegehandlungen mit Spürerfahrungen, etwa mit Basaler Stimulation.

5. Tipp: Vorsichtiger und rücksichtsvoller Umgang

Bewegen Sie die Füße der Betroffenen passiv durch. Achten Sie dabei unbedingt auf die Grenzen der Beweglichkeit sowie auf Schmerzen des Bewohners. Bleiben Sie konsequent unter der Schmerzgrenze!

Manche Prophylaxen werden noch diskutiert

Die Verwendung von knöchelhohen Schuhen und/oder das Wickeln der Füße werden aus physiotherapeutischer und ärztlicher Sicht kontrovers diskutiert. Daher gibt es hier keine eindeutige Empfehlung dafür oder dagegen.

Autorin: Petra Heyde

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